Unternehmen brauchen eine Werte-Skala

September 29, 2011 by

Rheinische Post | 21.09.2011

Neuss (kju) Als Christiane Underberg gestern unter lang anhaltendem Applaus den Saal verließ, war Jutta Zülow, Initiatorin des „Gnadentaler Unternehmer Tischs“, beeindruckt: „So viel Beifall hatten wir wohl noch nie“, sagte sie erstaunt. Underberg, die Geschäftsführerin der gleichnamigen Spritiuosenfirma, zuckte nur mit den Schultern und lächelte. Sie hatte die Zuhörer in nur eineinhalb Stunden ganz offensichtlich in ihren Bann gezogen.

Etwa 150 Gäste waren gekommen, um die 71-Jährige zum Thema „Unternehmen mit Verantwortung“ sprechen zu hören – darunter auch der Kreiswirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz, Düsseldorfs Bürgermeisterin Gudrun Hock und der Meerbuscher Bürgermeister Dieter Spindler. Unterhaltsam, aber nicht flapsig gab sich die Unternehmerin Underberg im Gespräch mit Moderator Bernd Müller. Seit 1982 ist sie Geschäftsführerin der Underberg KG, die in diesem Jahr 165-jähriges Bestehen feiert.

Für den Erfolg des Familienunternehmens sei wichtig, dass es eine gemeinsame Werteskala gibt. Dass sie nicht nur ausgebildete Hauswirtschafterin und Destillateurin, sondern auch Sozialarbeiterin sei, habe ihr oft geholfen. „Ich glaube, bevor man aufsteigt, sollte man erst die Basis kennenlernen.“ Viele Mitarbeiter arbeiten seit Jahrzehnten im Unternehmen – „wenn sie sich an uns gebunden fühlen, dann trägt das, auch in Krisenzeiten.“ Auf die Frage, was einen verantwortungsvollen Unternehmer ausmache, hatte sie mehrere Antworten: „Ich erwarte, dass er an sich selbst arbeitet, Visionen hat und sie umsetzt.“ Neben nachhaltiger Produktion – Underberg ist seit einigen Jahren im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung – sei dies die Ausbildung von Lehrlingen und soziales Engagement. Die vierfache Mutter betonte auch, dass es in Unternehmen selbstverständlich sein sollte, Frauen mit Kindern den Wiedereinstieg nach einer mehrjährigen Elternzeit problemlos zu ermöglichen. „Wir sollten daran arbeiten, dass unsere Enkel ihre Zukunft auch noch positiv sehen“, sagte sie – und es klang weder pathetisch noch übermütig.

Effizient Energie sparen

Mai 13, 2011 by

aus:  Handelsblatt vom 04.05. 12:09

Effizienz muss bei Betrieben ganz oben stehen

[...]
Investieren um zu sparen – eine Botschaft, die längst nicht überall im Mittelstand angekommen ist. Einer Studie der Fraunhofer-Gesellschaft zufolge lassen sich mittelfristig in der industriellen Produktion bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Die Kostenexplosion bei Energie und Rohstoffen werde für viele Unternehmen bereits zu einem Konjunkturrisiko, sagt Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger. „Künftig können sich nur Unternehmen auf dem Markt behaupten, die Materialien und Energie effizient nutzen.“

Das Problem beginnt beim Einkauf: „95 Prozent der Firmen schauen bei Maschinen nur auf die Beschaffungskosten“, sagt Günther Zettl, Leiter Energieeffizienzberatung beim Anlagenbauer Bosch Rexroth. „Der Stromverbrauch hat in der Regel keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung – dabei macht er ein Viertel der Gesamtkosten aus.“ Der Grund: Die Betriebs- und Beschaffungsbudgets laufen über verschiedene Kostenstellen. „Der Einkäufer hat vor allem ein Interesse an einem geringen Kaufpreis, es gibt im Normalfall kein Bewusstsein für die Betriebskosten.“

Dennoch: Die Bereitschaft wächst, für effiziente Anlagen auch mehr Geld auszugeben. Bei der Hannover Messe Anfang April gab es kaum einen Aussteller, der nicht Energieeffizienz in den Vordergrund rückte. Doch die Ansprüche entsprechen nicht immer der Realität: „Viele Mittelständler erwarten, dass sich eine Investition innerhalb eines Jahres amortisiert. Bei anspruchsvoller Automatisierungstechnik ist das aber nicht immer möglich“, sagt Zettl. „Wir streben derzeit maximale Amortisationszeiten von drei Jahren an.“

Energieeffizienz bedeutet jedoch mehr als nur die Senkung des akuten Stromverbrauchs. Effiziente Komponenten haben weitere Vorteile: Die Ausfallrate sinkt, die Wartungskosten fallen und die Lebensdauer steigt. „Eine Maschine, die weniger Strom verbraucht, wird auch nicht so schnell heiß“, sagt Zettel. „Wärme belastet vor allem die Elektronik: Wenn die Temperatur nur um wenige Grad sinkt, erhöht sich die Lebensdauer immens.“[...]

Manchmal jedoch sorgen auch einfache Methoden für große Wirkung. Viel Energie gehe etwa durch das Fehlverhalten der Mitarbeiter verloren, sagt Hahn. „Manche lassen bei offenem Fenster die Klimaanlage laufen. Und statt mit dem Besen wird mit Druckluft gesäubert.“ Sein Rat: in das innerbetriebliche Vorschlagswesen das Thema Energieeffizienz aufnehmen. „Sie werden sich wundern, wie viele interessante Vorschläge eingereicht werden. So erreicht man mit geringen Investitionen einen großen Effekt.“

Cloud computing noch am Anfang

April 6, 2011 by

aus:  Handelsblatt vom 05.04.2011

„Die Cloud ist ein deutlich effizienterer Weg, IT zu organisieren“

Viele Unternehmen sind an Cloud-Technologien interessiert, haben aber Angst vor einem Kontrollverlust. Gibt es einen Weg aus dem Dilemma? Cloud Computing ist ein grundlegender Wandel in der Computerindustrie, von seiner Bedeutung her vergleichbar mit der vorangegangenen Ablösung von Mainframes und Terminals durch PCs. All die Probleme, die sich daraus ergeben – wie die Frage nach der Datensicherheit – werden uns noch eine lange Zeit beschäftigen. Doch je mehr Cloud Computing eingesetzt wird, desto besser werden die Lösungen und die Regularien für den Einsatz dafür. Die meisten Unternehmen, mit denen ich spreche, sind vor allem deshalb an Cloud Computing interessiert, weil das Thema derzeit heiß diskutiert wird und so stark in den Medien vertreten ist. Sie wollen die Vorteile der Cloud wie die optimale Nutzung der Ressourcen, Flexibilität und Elastizität. Sie sind aber überwiegend noch nicht bereit, ihre Anwendungen wirklich in das Internet auszulagern. Deshalb wird so viel über die Private Cloud gesprochen, bei der die IT im Unternehmen bleibt. Sie sagen, die Unternehmen sind noch nicht bereit – in der Zukunft werden Public Clouds also beliebter bei Unternehmen? Auf jeden Fall. Es ist natürlich schwer zu sagen, wohin die Cloud-Entwicklung geht, da wir noch am Anfang stehen. [...][...]

Kodex für Nachhaltigkeit

April 5, 2011 by

aus:  Handelsblatt vom 05.04. 06:09

Günther Bachmann: „Der geplante Kodex macht Haftungsrisiken kalkulierbar“

Mit Günther Bachmann, dem Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, sprach Susanne Bergius über den geplanten Kodex für Nachhaltigkeit.

Handelsblatt: Braucht Deutschland einen Kodex für Nachhaltigkeit?

Günther Bachmann: Ja, denn die oft unsachgemäße Verwendung des Begriffs führt zu unscharfen Bewertungen und ungerechtfertigtem Mehraufwand für Unternehmen. Nötig ist eine Konkretisierung von Nachhaltigkeit für den Wettbewerb um zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen. Der Kodex soll einen verbindlichen Orientierungsrahmen liefern.

Handelsblatt: Wie sieht das in der Praxis aus?

Bachmann: Als Instrument für den Finanzmarkt soll er Anforderungen transparent machen und nachhaltige Geschäftsmodelle stärken. Firmen sollten sich zu Ressourcennutzung, Arbeitnehmerbeteiligung oder ethischer Unternehmensführung anspruchsvolle Ziele setzen. Das Management soll diese mittels standardisierter Schlüsselindikatoren umsetzen. Schwache Nachhaltigkeit ist, wenn man darüber redet – starke Nachhaltigkeit, wenn sie gemessen und bewertet wird.

Handelsblatt: Wirtschaftsverbände befürchten unkalkulierbare Haftungsrisiken…

Bachmann: Wir nehmen dies ernst. Aber eines ist klar: Haftungsfragen nehmen ohnehin zu, je mehr sich Unternehmen der Verantwortung für ihr Kerngeschäft stellen müssen und Nachhaltigkeit zum Geschäftsfeld machen. Der Kodex kann die Haftung kalkulierbar machen, indem er Messlatten liefert. Wer Nachhaltigkeit ehrlich und greifbar umsetzt, ist dann gegen Haftungsrisiken besser gewappnet.

Handelsblatt: Wie geht es weiter?

Bachmann: Die Arbeit wird mit vielen Akteuren fortgesetzt. Im Herbst 2011 wollen wir den Kodex der Bundesregierung vorlegen und in die europäische Diskussion einbringen. Geplant ist eine Praxiserprobung in Unternehmen, und wir wollen Wege zur verbindlichen Anwendung aufzeigen. Die Überlegungen zur aktienrechtlichen Verbindlichkeit nach Paragraf 161 des Aktiengesetzes sind bis dahin zurückgestellt.

Öko-Bilanz

März 25, 2011 by

Handelsblatt Nr. 060 vom 25.03.2011 Seite 23

Sportkonzern Puma stellt Öko-Bilanz auf

MÜNCHEN. Die Marke mit dem Raubtier-Logo geht wieder einmal ganz eigene Wege. Als erstes Unternehmen der Sportindustrie will Puma noch dieses Frühjahr eine Öko-Bilanz vorlegen. In einer Gewinn- und Verlustrechnung werde der drittgrößte Turnschuhanbieter der Welt den Verbrauch natürlicher Ressourcen bewerten. Dem würden Ausgleichsmaßnahmen gegenübergestellt. Dies kündigte Vorstandschef Jochen Zeitz am Mittwochabend im Club Wirtschaftspresse München an. „Das ist der konsequente nächste Schritt, wenn wir die Umwelt erhalten wollen“, unterstrich Zeitz. Puma arbeite dabei mit dem Beratungshaus Trucost zusammen sowie mit den Wirtschaftsprüfern von PWC. Wie die Bilanz genau aussieht, wollte der Manager noch nicht sagen. Puma hat die Nachhaltigkeit vergangenes Jahr als Unternehmensziel festgeschrieben. Puma steht mit seinen Umwelt-Bemühungen nicht allein da. Erzrivale Adidas hat erst diese Woche im Handelsblatt angekündigt, in den nächsten Jahren komplett auf nachhaltig hergestellte Baumwolle zu wechseln. Zudem werden bald nur noch Schnürsenkel aus wiederverwerteten Materialien verwendet.

Von der Leyen: Mitarbeiter wertschätzen

Februar 28, 2011 by

aus:  Handelsblatt vom 24.02.2011

Ursula von der Leyen:  „Mitarbeiter als Mit-Denker und Mit-Entscheider betrachten“

Mit der Schirmherrin des Wettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber“, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, sprach Redakteurin Katrin Terpitz über Fachkräftemangel und Mitarbeitermotivation.

Handelsblatt: Jeder fünfte Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt. Ist das nicht ein Armutszeugnis in Zeiten des Fachkräftemangels? Ursula von der Leyen: Andere Studien sprechen eine andere Sprache. Ich mache die Erfahrung, dass die Stimmung in den Unternehmen sehr stark davon abhängt, wie sich das Management auf die sich ändernde Lage einstellt. Die Trendsetter haben längst erkannt, dass eine gute Unternehmenskultur die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigert, aber dass es dabei mit Lippenbekenntnissen nicht getan ist.

Handelsblatt: Wodurch zeichnet sich in Ihren Augen eine vorbildliche Arbeitsplatzkultur aus?

Von der Leyen: Natürlich geht es um respektvollen Umgang miteinander. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spüren, dass sie nicht nur gefordert sondern auch gefördert werden, läuft es besser. Der Schlüssel sind Anerkennung, Wertschätzung und die Möglichkeit mitzugestalten. Investitionen in Technik nutzen wenig, wenn es am anderen Ende bei der Qualifizierung und der Gesundheit der Beschäftigten hapert. Mit jedem Menschen geht auch wertvolles Betriebswissen verloren. Diese Betriebe werden dann im Fachkräftemangel kalt erwischt.

Handelsblatt: Vielen ist heute die Familie wichtiger als das Gehalt. Tun da Arbeitgeber schon genug? Von der Leyen: Frauen und Männer wollen heute Familie und Beruf gut in Einklang bringen. Je mehr sie die Wahl haben, desto häufiger entscheiden sie sich für einen Arbeitgeber, der familienfreundliche Jobs anbietet. Aus meiner Sicht sind die Unternehmen am schnellsten überzeugt, wenn sie – am besten in Euro und Cent – sehen, dass ihnen das selbst etwas bringt. Junge Familien sind genau die Fachkräfte, um die künftig härter geworben wird. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist kein Selbstzweck. Wer darauf setzt, hat bald die Nase vorn.

Handelsblatt: Stichwort Rente mit 67. Spüren Sie, dass der Jugendwahn in der Arbeitswelt nachlässt?

Von der Leyen: Die Lage in den Betrieben heute sieht schon ganz anders aus als vor zehn Jahren. Das tatsächliche Rentenalter nimmt jedes Jahr zu. Der Blick auf die Älteren ändert sich gerade dramatisch. Heute spüren die Unternehmen, dass sie sie nicht mehr nach Belieben ausmustern können, wenn die ganze Belegschaft altert. Das lässt sich auch in Zahlen belegen, alleine seit 2005 haben über eine Million Menschen, die älter sind als 55, neue Arbeit gefunden. Egal, ob Sie die sozialversicherungspflichtige Arbeit oder die Erwerbstätigkeit betrachten, die Zahlen haben sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Außerdem: Ältere haben soziale Kompetenzen, Betriebswissen und Lebenserfahrung, und sie machen, aufgrund ihrer Erfahrung weniger Fehler im Betrieb als jüngere Kollegen. Wer in seinem Unternehmen diese Kompetenzen mit denen der jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindet, ist auf dem richtigen Weg.

Handelsblatt: Wie wichtig ist es, Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zu beteiligen?

Von der Leyen: In vielen Unternehmen ist das heute bereits gelebte Praxis. Erfolgreich sind die, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch als Mit-Denker und Mit-Entscheider betrachten. Warum nicht auch eine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg? Denn in wirtschaftlichen Krisen leisten sie und ihre Familien ja auch ihren Beitrag.

Nachhaltigkeit managen

Februar 23, 2011 by

aus:  Handelsblatt Nr. 038 vom 23.02.2011 Seite 60, 23.02.2011  Jan Guldner, Julian Schick  /  Köln

Mittelständler sind Vorreiter im Umweltmanagement

Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele macht beim Thema Nachhaltigkeit keine Kompromisse. 48 Seiten stark ist der Bericht, in dem das Unternehmen detailliert seine Anstrengungen für ökologisch und sozial korrektes Handeln auflistet. Jede Stunde Weiterbildung, jede Einsparung beim Strom- und Wasserverbrauch neuer Geräte ist erfasst. Auch verfehlte Ziele – etwa bei der Wiederverwertung von Abfällen – gesteht Miele bereitwillig ein.

Ob Produktentwicklung, Personalabteilung oder Einkauf – ein glaubwürdiges Nachhaltigkeitsmanagement muss jede Abteilung im Blick haben. „Ökologische und soziale Vorhaben werden nicht nebenbei gemacht, sondern ins Tagesgeschäft integriert“, sagt Stefan Schaltegger, Professor am Centre for Sustainability Management der Leuphana-Universität Lüneburg. Nur dann tragen die Bemühungen auch zum Unternehmenserfolg bei.

Verwurzelt in der Region

Gerade Mittelständler könnten sich in Sachen Nachhaltigkeit leicht als Vorreiter positionieren, sagt Ursula Wilms, die bei Miele für das Thema zuständig ist. Ein Grund sei der langfristige Planungshorizont: „In Familienunternehmen denkt man in Generationen und nicht nur bis zur nächsten Hauptversammlung.“

Vor allem die enge Bindung zum Standort bietet Chancen. „Der Einsatz für die Region, für die Mitarbeiter und eine langfristige Erfolgsorientierung waren im Mittelstand schon immer stark“, sagt Andreas Bröcher, Nachhaltigkeitsexperte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.[...]

Banken für Nachhaltigkeit

Februar 10, 2011 by

aus:  Handelsblatt vom 10.02. 07:09

Umweltbanken kommen bei Kunden gut an

Seit Ausbruch der Finanzkrise wollen viele Bankkunden genauer wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Den ethisch-ökologisch orientierten Instituten hat das einen beispiellosen Boom beschert. So wuchs beispielsweise die Ethikbank GLS im letzten Jahr stark wie nie.

FRANKFURT. Seit drei Jahren wachsen die bekanntesten deutschen Anbieter – die Bochumer GLS Bank, die Nürnberger Umweltbank sowie die Eisenberger Ethikbank – noch stärker als in den Vorjahren.[...]

„Das Potenzial ist immer noch groß, denn das Bewusstsein in der Gesellschaft zu Fragen der Nachhaltigkeit hat sich weiter geschärft„, sagte er.[...]

Zu wenig genutzt: Ideenmanagement

Januar 29, 2011 by

aus:   Welt am Sonntag / Autor: Marco Dalan und Jens Hartmann| 23.01.2011

Land der Dichter und Düsentriebs

Unternehmen in Deutschland sparen dank der Vorschläge und Erfindungen ihrer Mitarbeiter Jahr für Jahr Milliarden Euro. Mit einem funktionierenden Ideenmanagement werden Beschäftigte zu engagierten Tüftlern – und können sich nebenbei etwas hinzuverdienen

* Schätzungsweise 30 Milliarden Euro könnte es einbringen, wenn deutsche Unternehmen alle sinnvollen Anregungen ihrer Mitarbeiter umsetzten

* Doch längst nicht alle Firmen wollen unter den Millionen von Vorschlägen ihrer findigen Mitarbeiter die besten aussieben und auch wirklich nutzen [...]

Betriebliches Vorschlagswesen hieß es früher, heute ist von Ideenmanagement die Rede, wenn es darum geht, in jedem Mitarbeiter den Erfindergeist zu wecken.[...]

Das dib, das federführend in Deutschland ist beim Ideenmanagement, befragt Jahr für Jahr kleine Betriebe bis hin zu Großkonzernen, wie sie es mit den Vorschlägen ihrer Mitarbeiter halten. Im Jahr 2009 brachte eine Umfrage unter 246 Unternehmen mit zusammen 1,9 Millionen Beschäftigten Folgendes zutage: 1,12 Millionen Vorschläge wurden eingereicht. Sie brachten einen Nutzen von 1,55 Milliarden Euro. Die Arbeitnehmer der befragten Firmen strichen im Durchschnitt 170 Euro ein – und zusammengenommen 130 Millionen Euro.[...]

Auch wenn das Potenzial noch groß ist, in zahlreichen deutschen Unternehmen ist die Bedeutung des Themas Ideenmanagement längst erkannt. „Unternehmen wie Bosch leben nicht nur von großen Innovationen wie ABS oder ESP, wir setzen vor allem auch auf die vielen kleinen Verbesserungen“, sagt Till Mesinovic, am Standort Ansbach Leiter des Bereichs Continuous Improvement Process (CIP), dem betrieblichen Vorschlagswesen bei dem Technologieunternehmen: „Wenn man die Mehrheit der Mitarbeiter in der kontinuierlichen Verbesserung nicht mitnimmt, hat man KVP, den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess, nicht verstanden.“[...]

Konsumenten achten auf Nachhaltigkeit

Januar 29, 2011 by

aus:  wiwo.de  Roland Tichy / 28. Januar 2011

Davos Diary
Weltverbesserung mit der Geldbörse

Unternehmen sind gefordert, sich in Richtung Transparenz, Verantwortung und Konsumentenwünsche zu verändern. [...]

Daniel Goleman, Autor des Bestsellers “Emotionale Intelligenz, ist sich sicher: „Für die nächste Generation geht es darum, das drohende Ende der Welt abzuwenden“. Deshalb werden die künftigen Konsumenten wesentlich motivierter sein, bei der Wahl ihrer Produkte und Dienstleistungen genauer als heute auf die Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu achten, so der amerikanische Psychologe in der Diskussionsrunde am Donnerstagmorgen, in der es um “consumer empowerment“ ging.[...]


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