Archiv für September 2008

Soziale Verantwortung übernehmen

September 30, 2008

Soziale Verantwortung (CSR = Corporate Social Responsibility); Autor: Wilhelm Küster, QET-Institut Erlangen, 30. September 2008

Verantwortungsbewusste Unternehmer übernehmen soziale Verantwortung nach innen und außen und machen sie zu einem festen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur. Soziale Verantwortung beginnt im eigenen Unternehmen, also beim Management, den Mitarbeitern, beim Umweltbewusstsein, geht über die Verbraucher bis hin zum Engagement für das Gemeinwesen.

Nach einer Studie des IfM Bonn setzen sich über 80% der befragten deutschen mittelständischen Unternehmen aktiv, z.B. durch Spenden, kostenlose Überlassung von Produkten und Unternehmensressourcen oder durch eine ehrenamtliche Tätigkeit der Geschäftsführung und ihrer Mitarbeiter für soziale Belange ein, vor allem in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Bildung. Als besondere Ausprägung sozialer Verantwortung gilt die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung.

Zunehmend spielt CSR auch bei globalen Aktivitäten der Unternehmen eine Rolle. So bewertet die Stiftung Warentest seit 2004 bei vielen Produkten (bisher u. a. Waschmaschinen, Fernseher, Vollwaschmittel, Funktionsjacken) „die Verantwortungsübernahme entlang der Wertschöpfungskette hinsichtlich sozialer und ökologischer Fragen“ und untersucht dabei die Produktions- und Fertigungsstätten im Ausland.

Auch beim aktuellen Waschmaschinentest, veröffentlicht in der Ausgabe der Testzeitschrift Oktober 2008, wurde separat vom eigentlichen Qualitätstest ein CSR-Test durchgeführt. Dabei wurden in den vier Themenfeldern „Soziales/Beschäftigte“, „Soziales/Produktion und Fertigung“, „Umwelt“ und „Verbraucher und Gesellschaft“ 35 Kriterien definiert und bewertet.

Beispiele aus dem Kriterienkatalog: Arbeitnehmervertretung, Beschäftigungssicherung, Arbeitszeitmodelle, Gesundheitsförderung, Familienfreundlichkeit, Chancengleichheit, Ausbildungsplätze, Frauenanteil, Schwerbehinderte, Weiterbildung, Einhaltung der Mindestsozialstandards usw. (Diese und viele andere Kriterien spielen auch in den „Richtlinien Unternehmenskultur“ des QET-Instituts eine zentrale Rolle.)
Als besonders bemerkenswert am Waschmaschinen-Test erscheint mir, dass die Sieger-Firmen des herkömmlichen Qualitätstests auch beim CSR-Test zur Spitze gehörten
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Manager mit Humor

September 22, 2008

Auszug aus manager-magazin.de / Stand: 22. September 2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion)

KARRIERE
Mit Witz zum Ziel

Durchhaltevermögen gilt vielen Managern als höchste Tugend einer Führungskraft – nicht umsonst ist der Marathonmann Prototyp des erfolgreichen Chefs. Tatsächlich gibt es viele Situationen, wo Humor zielführender ist als verbissenes Ringen. Denn wer die Lacher auf seiner Seite hat, hat meistens schon gewonnen.

Berlin/Freiburg – Am Arbeitsplatz gilt oft das Motto „Lachen verboten“. Wer zu viel Spaß hat, steht im Verdacht, seinen Job nicht ernst zu nehmen. Und auch im Gespräch mit Kunden oder Kollegen ist Seriosität in der Regel das oberste Gebot derUnternehmenskultur.[...]

Humor hat im Berufsalltag häufig keinen Platz„, sagt Albrecht Kresse, Autor und Trainer aus Berlin. Das ist in anderen Kulturräumen wie etwa England oder Australien anders – denn mit Humor geht vieles besser. Mit seiner Hilfe können gespannte Situationen entschärft, kritische Anmerkungen freundlicher verpackt und langweilige Konferenzen aufgepeppt werden.[...]

„Humor ist ein kommunikatives Schmiermittel“, sagt Bärbel Hinz-Käfer. „Selbst in festgefahrenen Verhandlungen kann er hilfreich sein“, so die Unternehmensberaterin aus Freiburg, die Humorseminare anbietet. Humor in seiner positiven Variante sei auch eine Bewältigungsstrategie bei Belastungen im Beruf, ergänzt Birgit Rißland, Diplom-Psychologin aus Stendorf. „Für abwertenden, zynischen Humor gilt das allerdings nicht.“ Wer Stressfaktoren mit einer Grundeinstellung heiterer Gelassenheit begegnet, könne davon profitieren. Chronisch schlechte Stimmung erhöhe dagegen beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Humor habe viele positive Wirkungen – auf den anderen und auf einen selbst. „Lachen ist gesund“ hält Hinz-Käfer deshalb für eine zutreffende Behauptung. „Im Beruf geht es allerdings tendenziell humorlos zu“, ist Albrecht Kresses Erfahrung. Zumeist gelte „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit“. Kresse ist überzeugt, dass dadurch viele Chancen verschenkt werden: „Wir nutzen Humor viel zu selten.“[...]

Allerdings sei der humorvolle Umgang mit unter Umständen kniffligen Themen am Arbeitsplatz kein Kinderspiel: „Man muss dafür schon etwas Fingerspitzengefühl entwickeln und sich auf sein Gegenüber einlassen“, sagt Eva Ullmann, die Unternehmen zum Thema Humor coacht. „Es reicht nicht, wenn der Chef einen Scherz nach dem anderen produziert.“ Dröhnendes Lachen ist eben noch kein Zeichen für ein entspanntes Betriebsklima - solange in erster Linie immer nur einer lacht. „Gerade Vorgesetzte sollten die Fähigkeit haben, sich auch selbst auf die Schippe zu nehmen“, sagt Ullmann.

Die Arbeitswelt von morgen

September 21, 2008

Auszüge aus:

WirtschaftsWoche NR. 034 VOM 18.08.2008 SEITE 120, 18.08.2008

Heute hier, morgen dort

[...]Arbeitsmarktforscher, Management-Experten, Organisationspsychologen – egal, wen man fragt: Alle sind sich einig dass die Arbeitswelt vor einem radikalen Wandel steht.[...][...]

Und ein Wort dominiert die Diskussionen: Flexibilität. Das klingt abgedroschen, doch dahinter verbirgt sich weit mehr als Anpassungsfähigkeit im Denken und Handeln. Der Arbeitnehmer von morgen wird mehr als nur einen Arbeitgeber haben, er wird häufiger zwischen Selbständigkeit und Festanstellung wechseln und mehr Teilzeit- und Zeitarbeit leisten. Er wird in ständig wechselnden Projekten mit unterschiedlichen Teams aus unterschiedlichen Nationen zusammenarbeiten, viele seiner Kollegen nur auf dem Videobeamer oder per E-Mail, Chat oder Wiki kennenlernen. [...]

Seit es Handys mit E-Mail-Funktion und billige flächendeckende sowie breitbandige Internet-Verbindungen gibt, können alle miteinander arbeiten, ohne am selben Ort zu sein.

Junge Menschen wiederum erwarten von ihrem Traumjob heute nicht mehr den dicken Firmenwagen, sondern vor allem eine bessere Work-Life-Balance, also attraktive Arbeitsbedingungen, die sowohl einen Kompromiss aus Familie und Karriere ermöglichen als auch abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben.

Und die entstehen gerade im Dienstleistungsbereich. Von den 39,8 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten im ersten Quartal dieses Jahres nur noch etwa 20 Prozent im produzierenden Gewerbe – 1991 waren es noch mehr als 36 Prozent. Der Anteil der Dienstleister an den Beschäftigten hingegen stieg im selben Zeitraum von knapp 60 auf über 72 Prozent. [...][...]

Trend Projektwirtschaft. Auch das wird kommen: Arbeitnehmer werden künftig öfter zeitlich begrenzt und in Teilprojekten zusammenarbeiten. Ist eine Aufgabe beendet, werden die Teams neu aufgestellt. Der Grund: Durch die globale Konkurrenz stehen die Konzerne zunehmend unter Zeitdruck. Die Lebenszyklen von Produkten verkürzen sich, die Neuentwicklung von Nachfolgeprodukten muss schneller gehen.[...]

Online-Netzwerke [...]

Zudem können die Unternehmen Kosten für Büros und feste Belegschaften sparen. [...] Zwar werden Büros und Zentralen nie ganz verschwinden, aber, so Tapscott, „es wird weniger zwingende Gründe geben, monolithische Arbeitsplätze zu organisieren, auf denen sich der Inhaber täglich einfinden muss.“

Vielen deutschen Arbeitnehmern kommt das entgegen: 50 Prozent von ihnen würden am liebsten an mehreren Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeiten.[...]

Die Sache hat allerdings einen Haken: Mit der modernen Technik verschwimmt weitgehend die Grenze zwischen Beruf und Privatleben.[...]E-Mails schreiben, chatten, telefonieren, Kaffee trinken – am besten alles gleichzeitig? Psychologen warnen davor, es zu übertreiben.[...]

Führungskräfte sind gut beraten, darauf rechtzeitig zu reagieren. Nicht nur, um den eigenen Stress zu minimieren, sondern weil die neue Arbeitswelt auch die Management-Anforderungen umkrempelt.

Der Chef als Einpeitscher und Kommandant hat dann ebenso ausgedient wie der Typ Vaterfigur, der alles weiß, sieht und kontrolliert. Gefragt sind vielmehr Manager, die mit den neuen Kommunikationsformen perfekt umgehen können sowie über „Kollegialität führen und nicht über strikte Hierarchien“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Tiemo Kracht. Der Manager von morgen ist eher Moderator und Motivator in einem.[...]

Zukunftsmarkt Generation 50plus

September 21, 2008

Auszug aus:

business-wissen.de / Stand: 21. September 2008

Kundenbindung
Richtige Kommunikation mit der Zielgruppe 50plus

Von Prof. Dr. Günther Zimmermann, lingua@MEDIA

23.04.2008 – Über 60-Jährige verfügen schon heute über eine Kaufkraft von 320 Milliarden Euro. Doch die Bedürfnisse der älteren Generation werden in der Produktsprache oder bei Bedienungsanleitungen oft vernachlässigt. Zu viel Englisch, zu unverständlich die Texte und zu verquast der Satzbau. Die Generation 50plus, eine unterschätzte Klientel, meint der Linguist Günther Zimmermann.

Über folgende Aussage besteht kein Dissens: Die „Best Agers“ sind eine Zielgruppe, die für die Wirtschaft immer wichtiger wird. Das lässt sich an zahlreichen Symptomen der letzten Jahre ablesen: Die überregionale Presse und Wirtschaftszeitungen haben mehrfach Artikelserien zur „Wirtschaftsmacht der Generation 50plus“ veröffentlicht. Marktforschungsunternehmen wie die GfK veranstalten Tagungen mit dem Titel „Generation Silber“. Und auf dem Buchmarkt erscheinen Titel wie „Die Altersrevolution“ und „Seniorenmarketing“. Vereinigungen wie „Das Reifenetzwerk“, „Die Alten Hasen“ und die „Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)“ vertreten die Interessen der Älteren und beraten die Unternehmen über einen optimalen Umgang mit dieser Klientel.

In einem Gutachten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend charakterisiert Roland Berger die Funktion der Älteren Generation als „Wirtschaftsmotor“. Der Anteil der über 50-Jährigen lag 2005 schon bei über 37 Prozent. Bis 2035 wird er auf knapp 50 Prozent steigen. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verfügen die über 60-Jährigen schon heute über eine Kaufkraft von 320 Milliarden Euro. Der Anteil an ihren Konsumausgaben von heute 32 Prozent wird bis zum Jahr 2050 auf bis zu 42 Prozent wachsen. Sie werden damit zur wichtigsten Konsumentengruppe. Hier geht es um nicht mehr und nicht weniger als um den Markt der Zukunft.
Ältere Kunden wollen gezielt angesprochen werden

Angesicht dieser Fakten verwundert es, dass sich bisher wenige Unternehmen auf den demografischen Wandel eingestellt haben. 23 Prozent der Firmen wissen noch nicht, wie sie Produkte und Dienstleistungen für die Zielgruppe 50plus anbieten wollen. 81 Prozent der in einer IFAK-Studie von 1999 Befragten gaben zu Protokoll, dass sie sich noch nicht intensiv mit dieser Zielgruppe beschäftigt hätten. So werden denn auch nur drei bis fünf Prozent der deutschen Medienausgaben für die Zielgruppe 50plus aufgewendet. Offensichtlich wirkt noch nach, dass sich in den 80er Jahren Radioanstalten, Vermarkter, Agenturen und Werbekunden auf die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen festgelegt haben. [...]

Und Andreas Reidl prophezeit in seinem Buch „Seniorenmarketing“:

„Das Konsumverhalten der Generation 50plus entscheidet über die Zukunft vieler Unternehmen.“

Geschenke an die Mitarbeiter?

September 20, 2008

Auszug aus wiwo.de / Stand: 20.09.08

WirtschaftsWoche NR. 035 VOM 25.08.2008 SEITE 036, 25.08.2008

Naturalien statt Geld

[...]Wie motiviert man seine Mitarbeiter?[...][...]Die Ausgangsthese der Autoren lautet: Die geringe Wirkung höherer Löhne könnte damit zusammenhängen, dass Geld von den Mitarbeitern nicht als „Geschenk“ wahrgenommen wird und wenig emotionale Signalwirkung hat.[...][...]Vor die Wahl gestellt zwischen der Kanne und dem Geld, gab aber die überwältigende Mehrheit der Beteiligten an, lieber das Geld zu nehmen.[...][...]„Geschenke ermöglichen eine Art emotionale Bindung beim Empfänger, die mit Geld viel schwieriger herzustellen ist.“[...][...]Sollten zusätzliche Anreize am Arbeitsplatz also nur noch in Form von „Naturalien“ erfolgen?[...]

Geld verpulvern in der Weiterbildung?

September 20, 2008

Auszug aus: Wirtschaftswoche vom 25.08.2008 / Nr. 35

Spezial Mittelstand

Das Controlling von Ausgaben in der Weiterbildung ist noch immer die Ausnahme. [...]

Typisch Mittelstand. „Dem Nutzen gilt stets die erste Frage“, sagt Guido Betz, Vorstandsvorsitzender des Andernacher Beratungs- und Trainingsanbieters LeadIng. „Bei Verhandlungen mit Mittelständlern müssen wir uns strengen Fragen unterziehen: Was kommt dabei heraus? Für wen haben Sie das schon gemacht – und mit welchem Erfolg?“ Und das ist gut so.

Dennoch schöpft die betriebliche Fortbildung längst nicht alle Potentiale aus. Mit gezieltem Controlling können Unternehmen ihr Weiterbildungsbudget noch besser investieren: Der geplante Nutzengewinn wird konkret formuliert, bewertet und anschließend evaluiert. Dabei helfen Kennzahlen. Und: viel reden.

Der Bedarf eines ausgeklügelten Bildungscontrollings ist groß. Deutsche Unternehmen geben inzwischen 27 Milliarden Euro pro Jahr für Coachings, Seminare und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter aus. [...]

Nur wenige Unternehmen kontrollieren auf Euro und Cent, was ihre Weiterbildungsinvestitionen für das Unternehmen tatsächlich bringen. [...] Nur ein Drittel erkundigt sich, ob die Mitarbeiter ihre neuen Erkenntnisse überhaupt anwenden können. [...]

Wozu Innovationsmanagement?

September 20, 2008

Auszug aus: Wirtschaftswoche / wiwo.de / Stand: 20.09.2008

(Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion)

Summer School
Innovationsmanagement ist eine Kunst

26.08.2008

Summer School für Manager: Marketingexperte Peter Schütz schreibt über die Tücken im Innovationsmanagement – und wie Ideen im Treibhaus Entwicklungsabteilung aufblühen.

Prof. Dr. Peter Schütz lehrt Marketing an der FH Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Innovations- und Servicemarketing.

Das Thema Innovation hat Strahlkraft und eignet sich perfekt für Fensterreden und Lippenbekenntnisse. Wer schwadroniert nicht gern über Kreativität und Geistesblitze? Wer schlägt nicht gern den Bogen von Michelangelos Genialität zu den eigenen Visionen? Doch wir sollten den Zusatz Management nicht vergessen: Denn Innovationsmanagement ist nicht nur eine Kunst, es ist auch ein Handwerk und verlangt Routinen. Was nützt ein kreatives Feuerwerk, wenn wir die Ideen nicht als ausgereifte Business-Pläne in die strategische Planung einfließen lassen? Eine Idee ohne bereitgestellte Ressourcen landet im Ideenpool, nicht im Markt.

Der Innovationsprozess darf nicht als Parallelwelt neben den normalen Geschäftsprozessen laufen. Er sollte auch nicht an eine Stabsstelle Ideenmanagement delegiert werden. Innovationsmanagement gehört in die Linien- und Führungsverantwortung. Und diese Verantwortung sollte von Beginn an sichtbar sein.

Der erste Schritt des Innovationsmanagements ist nicht das kreative Feuerwerk, sondern die Definition von Suchfeldern. Schon die Goldgräber im Wilden Westen wussten, dass sie vor dem Schürfen erst den Claim abstecken mussten. Auch Kreativität braucht einen Rahmen. Zur Eingrenzung von Suchfeldern sollte auf dem Areal der Kernkompetenzen des Unternehmens nach neuen, besseren Lösungen für Kundenprobleme geforscht werden.

Geschäftserfolg durch Nachhaltigkeit

September 14, 2008

aus der WAZ online, Stand: 14.09.2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion):

Zukunftskonferenz Food an der Uni Witten/Herdecke
Lebensmittelriesen für Nachhaltigkeit

Witten, 10.09.2008, Redaktion Witten

[...]
Über die Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens diskutierten Vertreter der Lebensmittelwirtschaft mit Wissenschaftlern bei der „Zukunftskonferenz Food” an der Universität Witten/Herdecke.

„Die Hersteller müssen Produkte bereitstellen, deren Nutzen und Qualität nachvollziehbar sind und der Handel muss diese Aspekte den Kunden kommunizieren.” So ermunterte Edeka-Vorstandssprecher Markus Mosa die Akteure in der Lebensmittelwirtschaft zu einer verstärkten Kooperation im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens.

Mosa gehörte neben Dr. August Oetker zu den prominentesten Teilnehmern an der „Zukunftskonferenz Food”. Die Tagung sollte Wege aufzeigen, wie Nachhaltigkeit zur Wachstumschance wird und wie sie gleichzeitig einen Beitrag leisten kann, um das Vertrauen der Gesellschaft in eine zukunftssichere Ernährungsbranche zu steigern.

An der Konferenz nahmen rund 80 Vertreter des Handels und der Hersteller teil. „Die Existenz eines Unternehmens hängt maßgeblich von der gesellschaftlichen Akzeptanz ab”, betonte „Puddingkönig” Dr. August Oetker, der dem Stiftungsrat der Uni angehört.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass nachhaltig erzeugte Lebensmittel von hoher Qualität nicht zu Dumpingpreisen zu haben seien. Hier gelte es, in Deutschland noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Während Konsumenten in Ländern wie Frankreich, aber auch Großbritannien bis zu 50 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Nahrungsmittel ausgäben, seien es in Deutschland weit unter 20 Prozent.

Wie es in diesem Umfeld gelingen kann, durch die konsequente Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit in Form innovativer Produkte bereits heute zu außergewöhnlichem Markterfolg zu gelangen, schilderte Dr. Michael Raß, Geschäftsführender Gesellschafter der Teutoburger Ölmühle und Gewinner des Deutschen Gründerpreises 2007.

„Wichtig für die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens ist neben den Produkten insbesondere seine Unternehmenskultur„, ergänzte Michael Radau, Vorstand der Super Bio Markt AG. Wenn ein Unternehmen nach innen ein schlechtes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern habe, könne es nach außen auch keine Glaubwürdigkeit verlangen.

Öffentlichkeitsarbeit und Mittelstand

September 14, 2008

Auszug aus SZ Online vom 14.09.2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion):

Unternehmenskommunikation
Werbung tut gut

Von Angelika Slavik

[...]

Vor allem mittelständische Betriebe zeigen sich als leidenschaftliche Kommunikationsverweigerer. „Die meisten würden am liebsten überhaupt nichts von sich preisgeben“, sagt Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Kommunikation beschränke sich in vielen Firmen auf schlecht gemachte Anzeigen in Lokalzeitungen – eine durchdachte Kommunikationsstrategie gebe es nicht. „In der Mehrzahl der Familienunternehmen läuft das völlig unprofessionell“, sagt Hennerkes. Das allerdings sei bedauerlich, denn den Betrieben entstünden dadurch eine ganze Reihe an Nachteilen – wessen sie sich oft überhaupt nicht bewusst seien.

Der Mangel an Professionalität in der Kommunikation zeigt sich auch an den unternehmensinternen Strukturen. Laut einer aktuellen Studie der Initiative Unternehmenskultur wird in nur 19 Prozent der mittelständischen Familienunternehmen die Öffentlichkeitsarbeit von einem ausgebildeten PR-Experten verantwortet. Alle anderen lassen diese Agenden von ihrem Marketing- oder sogar vom Vertriebsleiter erledigen. Der Grund dafür liegt oftmals in mangelndem Fachwissen: Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Marketing, „viele glauben, das ist alles das Gleiche“, sagt Hennerkes. „Es fehlt ihnen der Überblick, deshalb ist das Wenige, das sie tun, dann auch noch völlig ineffizient. [...]

Dabei bringt ein gutes Image unterm Strich auch finanzielle Vorteile. Denn Unternehmen, die sich nicht um ihr Bild in der Öffentlichkeit kümmern, erscheinen oft auch als Arbeitgeber nicht sonderlich attraktiv. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte sind für diese Firmen schwer zu bekommen – obwohl sie Stellen mit viel Gestaltungsspielraum und guten Aufstiegsmöglichkeiten zu besetzen hätten. Wer im Wetteifern um die besten Köpfe allerdings immer den kürzeren zieht, wird langfristig Schwierigkeiten haben, mit den Wettbewerbern Schritt zu halten: Die Innovationen kommen dann von der Konkurrenz.

Auch in Krisenfällen kann sich ein guter Ruf bezahlt machen – etwa bei einem Umweltskandal. „Die Bevölkerung ist viel eher bereit zu verzeihen, wenn das Unternehmen gut in der Region verwurzelt ist“, sagt Beraterin Hilker. Ähnliches gelte für Einsparungsmaßnahmen und Arbeitsplatzabbau: Ein Unternehmen, dem man Sinn für soziale Verantwortung zugestehe, könne auf pfleglichere Behandlung hoffen, von Mitarbeitern und Medien gleichermaßen.

Dem Führungs- und Fachkräftemangel vorbeugen

September 6, 2008

Viele Unternehmen setzen bei der Einstellung immer noch auf möglichst junge männliche Mitarbeiter und werden mit dieser Einstellungspolitik bald größere Probleme bekommen.

aus: SPIEGEL Online Stand: 05. September 2008

PERSONALFÜHRUNG
„Ab 27 lassen unsere Fähigkeiten nach“

Ältere, weibliche und kranke Mitarbeiter – um sie müssen Unternehmen buhlen, wenn sie dem Fachkräftemangel beikommen wollen, sagt Deutschlands jüngste BWL-Professorin Stock-Homburg. Dabei ist Alter relativ, denn schon ab Ende 20 gelte man als alt.

SPIEGEL ONLINE: Frau Stock-Homburg, wieso raten Sie Unternehmen, sich besonders um ältere und weibliche Mitarbeiter zu kümmern – setzen Sie sich für Randgruppen in deutschen Unternehmen ein?

Ruth Stock-Homburg: Randgruppe ist ein ganz falscher Begriff. Diese Menschen sind wichtige Ressourcen – nur haben leider noch nicht alle Firmen ihren Wert entdeckt. Wir stehen bereits jetzt einem starken Fach- und Führungskräftemangel gegenüber. In fünf bis zehn Jahren können wir Stellen nicht mehr besetzen, spätestens da brauchen wir qualifizierte und insbesondere auch motivierte ältere und weibliche Mitarbeiter.

BWL-Professorin Stock-Homburg: Fach- und Führungskräftemangel wird bald die Wachstumsbremse Nummer eins sein.

SPIEGEL ONLINE: Unternehmen klagen schon jetzt über Fachkräftemangel – haben aber massiv ältere Fachkräfte ins Aus gedrängt.

Stock-Homburg: Hier ist derzeit ein Prozess des Umdenkens in Unternehmen zu beobachten: Viele Unternehmen haben verstanden, dass sie enorme finanzielle Ressourcen und wertvolles Know-how verschenken. Man muss Mitarbeiter nicht mal in den Ruhestand schicken, sondern es reicht, dass sie sich überflüssig vorkommen, damit sie ihre Motivation verlieren. Darum muss sich die ganze Unternehmenskultur ändern.