Auszug aus:
business-wissen.de / Stand: 21. September 2008
Kundenbindung
Richtige Kommunikation mit der Zielgruppe 50plus
Von Prof. Dr. Günther Zimmermann, lingua@MEDIA23.04.2008 – Über 60-Jährige verfügen schon heute über eine Kaufkraft von 320 Milliarden Euro. Doch die Bedürfnisse der älteren Generation werden in der Produktsprache oder bei Bedienungsanleitungen oft vernachlässigt. Zu viel Englisch, zu unverständlich die Texte und zu verquast der Satzbau. Die Generation 50plus, eine unterschätzte Klientel, meint der Linguist Günther Zimmermann.
Über folgende Aussage besteht kein Dissens: Die „Best Agers“ sind eine Zielgruppe, die für die Wirtschaft immer wichtiger wird. Das lässt sich an zahlreichen Symptomen der letzten Jahre ablesen: Die überregionale Presse und Wirtschaftszeitungen haben mehrfach Artikelserien zur „Wirtschaftsmacht der Generation 50plus“ veröffentlicht. Marktforschungsunternehmen wie die GfK veranstalten Tagungen mit dem Titel „Generation Silber“. Und auf dem Buchmarkt erscheinen Titel wie „Die Altersrevolution“ und „Seniorenmarketing“. Vereinigungen wie „Das Reifenetzwerk“, „Die Alten Hasen“ und die „Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)“ vertreten die Interessen der Älteren und beraten die Unternehmen über einen optimalen Umgang mit dieser Klientel.
In einem Gutachten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend charakterisiert Roland Berger die Funktion der Älteren Generation als „Wirtschaftsmotor“. Der Anteil der über 50-Jährigen lag 2005 schon bei über 37 Prozent. Bis 2035 wird er auf knapp 50 Prozent steigen. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verfügen die über 60-Jährigen schon heute über eine Kaufkraft von 320 Milliarden Euro. Der Anteil an ihren Konsumausgaben von heute 32 Prozent wird bis zum Jahr 2050 auf bis zu 42 Prozent wachsen. Sie werden damit zur wichtigsten Konsumentengruppe. Hier geht es um nicht mehr und nicht weniger als um den Markt der Zukunft.
Ältere Kunden wollen gezielt angesprochen werdenAngesicht dieser Fakten verwundert es, dass sich bisher wenige Unternehmen auf den demografischen Wandel eingestellt haben. 23 Prozent der Firmen wissen noch nicht, wie sie Produkte und Dienstleistungen für die Zielgruppe 50plus anbieten wollen. 81 Prozent der in einer IFAK-Studie von 1999 Befragten gaben zu Protokoll, dass sie sich noch nicht intensiv mit dieser Zielgruppe beschäftigt hätten. So werden denn auch nur drei bis fünf Prozent der deutschen Medienausgaben für die Zielgruppe 50plus aufgewendet. Offensichtlich wirkt noch nach, dass sich in den 80er Jahren Radioanstalten, Vermarkter, Agenturen und Werbekunden auf die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen festgelegt haben. [...]
Und Andreas Reidl prophezeit in seinem Buch „Seniorenmarketing“:
„Das Konsumverhalten der Generation 50plus entscheidet über die Zukunft vieler Unternehmen.“
Schlagworte: Demografischer Wandel, Generation 50plus, Seniorenmarketing