Archiv für Dezember 2008

Mit Innovationen aus der Krise

Dezember 21, 2008

aus: Handelsblatt Nr. 247 vom 19.12.08 Seite 13

Mit Grips aus der Krise
Unternehmen, die ihr Innovationsmanagement im Griff haben, können nach einer Rezession durchstarten. Nicht nur die Siemens AG beweist, dass deutsche Ingenieure gelernt haben, aus guten Ideen Geld zu machen.

HANS SCHÜRMANN | DÜSSELDORF MARTIN BUCHENAU | STUTTGART

In 39 Tagen wird in den Bergen Graubündens der Krise der Kampf angesagt. Auf dem Weltwirtschaftsforum von Davos, dieser wohl einflussreichsten Netzwerk-Party der jüngeren Wirtschaftsgeschichte, geben sich Topmanager der Welt und führende Politiker die Klinke in die Hand. Sie wollen und werden sich Mut machen und Strategien diskutieren, wie wir der Rezession am schnellsten wieder entwachsen. Es ist unwahrscheinlich, dass ihnen zu diesem Thema eine in Erlangen entwickelte Maschine einfällt, die es auf ihrem Feld inzwischen zu Weltruhm gebracht hat. Aber sie könnten viel von dieser Geschichte lernen.

Denn eines ist allen klar auf dem Gipfel der Macher und Denker: Innovationen sind das langfristig beste Rezept gegen die Krise.

[...] [...]

Übrigens: Die erwähnte weltberühmte Maschine (gemeint ist MP3) stammt aus einem relativ kleinen Erlanger Institut, also nicht von Siemens, dem weitaus größten Arbeitgeber in Erlangen.

Betriebsfeier und Unternehmenskultur

Dezember 21, 2008

aus der Süddeutschen Zeitung  vom 05. Dezember 2008

„Lasst uns froh und munter sein!“
Wenn die Firma Glühwein ausschenkt, müssen die Kollegen mit dem Schlimmsten rechnen: Eine Betriebsanleitung für Weihnachtsfeiern von A bis Z.

Ansprache, die – gefürchteter Programmpunkt bei Weihnachtsfeiern, die von oben angeordnet werden. In guten Zeiten kann sich der Chef, wenn er krawattenlos ans Mikro tritt, als Mensch präsentieren, für den die Firma wie eine Familie ist. In schlechten Zeiten sollte sich der Redner noch mehr auf Allgemeinplätze zurückziehen („In der Krise liegt die Chance“), mindestens drei Mal das Wort Verantwortung fallen lassen und dann schnell zur Büfett-Eröffnung schreiten (siehe Essen).

Betriebsnudel, die – ist die einzige, die sich das ganze Jahr auf die Weihnachtsfeier freut, weil sie endlich wieder alle Mitarbeiter mit ihrer Prosecco-Laune und den neuesten Firmengerüchten nerven kann. Die B. ist ein vagabundierendes Care-Paket und kann zwischen privat und beruflich nur schwer trennen. Am Tag nach der Weihnachtsfeier meldet sich die B. grundsätzlich drei Tage krank. Laut Daily Mirror beläuft sich der daraus entstehende wirtschaftliche Schaden allein in Großbritannien auf etwa eine Million Euro.

Chef, der – ist Gerüchten und eigenen Äußerungen zufolge auch nur ein Mensch, was er auf der Weihnachtsfeier mal beweisen möchte („Na, Meyer, auch schon wieder geschieden?“). In trunkenem Zustand zu Vertraulichkeiten neigend („Ich hatte kürzlich diesen erotischen Traum von Ihnen…“), die er am nächsten Morgen, wenn er seine Menschlichkeit wieder vergessen hat, dem Gesprächspartner anlasten wird. Nach Mitternacht darum unbedingt zu meiden.

Duzen, das – passiert Kollegen, die Betriebsweihnachtsfeiern als Familienfest fehlinterpretieren. Risikofaktoren: Kerzenschimmer, Halbdunkel, gemeinsames Singen und Punsch. Konsequenz: Getrenntes Liftfahren am nächsten Tag. [...]

Unser Quiz zu den Festtagen:

Wer kann das Lexikon mit eigenen Erlebnissen bei Betriebsfeiern  fortschreiben, hier zunächst mit dem Buchstaben E wie z. B. „Essen, das -“?

Vielfalt

Dezember 19, 2008

aus:  Newsletter vom 17. Dezember 2008 der Bertelsmann Stiftung

Über den Umgang mit Vielfalt

Dinner Speech von Dr. Martin Möhrle am 6. November 2008 auf einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung bei BLG Logistics, Bremen

Wir leben in einer Zeit, in der die Zunahme an tatsächlicher, aber insbesondere an wahrgenommener Vielfalt ein solches Maß annimmt, dass der professionelle und konstruktive Umgang mit ihr zum strategischen Erfolgsfaktor avanciert. Vielfalt ist ein Haupttreiber von Komplexität. Vielfalt kann belastend oder beflügelnd wirken. Um das kreative Potential, das Vielfalt inne liegt, zu nutzen, will der Umgang mit ihr erlernt sein. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, in denen in der Folge Diversity-Funktionen eingerichtet werden, sondern es gilt für ganze Gesellschaftssysteme und auch für jedes Individuum.

[...][...]

Vertrauen und Anerkennung

Dezember 19, 2008

aus:  Newsletter vom 17. Dezember 2008 Bertelsmann Stiftung

„Weicher“ Faktor Vertrauen

Die jüngsten Beispiele aus der Finanz- und Wirtschaftsbranche haben eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig der „weiche“ Faktor Vertrauen ist. „Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“, sagen die Manager. Doch wie wird in unsicheren Zeiten mit diesem Humankapital als wesentlichem Erfolgsfaktor tatsächlich umgegangen? Gibt es überhaupt eine Kultur der Anerkennung? Und, wer vertraut (noch) wem?

[...] [...]

Wissen Sie, liebe Blog-Leser, eine Antwort?

Wie Mittelständler Talente finden

Dezember 14, 2008

aus: Handelsblatt.com   Stand: 14.12.2008

Kampf um Talente

Wie Mittelständler zur Marke werden

Nur wer als Arbeitgeber attraktiv ist, bleibt im Kampf um Talente konkurrenzfähig. Mittelständler haben es schwer: Sie konkurrieren mit bekannten Konzernen – und wollen sich mit einem Employer Branding als einzigartig verkaufen.[...]

Inzwischen ist das Thema auch im Mittelstand angekommen: „Selbst kleine Familienbetriebe beginnen damit, sich als Arbeitgebermarke zu positionieren“, sagt Christina Grubendorfer, Geschäftsführerin der Deutschen Employer Branding Akademie (Deba) in Berlin. Das Ziel: Neue Mitarbeiter gewinnen und möglichst lange an sich binden.

Das schaffen Unternehmen aber nicht allein mit bunten Anzeigen und auffälligen Image-Kampagnen. Vielmehr müsse man sich an die eigene Nase packen und nach den Unternehmenswerten forschen, sagt die Expertin: „Man muss auf den Punkt bringen, was das Besondere an einem Unternehmen als Arbeitgeber ist, was ihn von anderen unterscheidet, welche Vorteile Mitarbeiter dieses Unternehmens genießen und welche Menschen aufgrund ihrer Persönlichkeit zum Unternehmen passen“, erklärt die Beraterin. „Trüffeln“ nennt man bei der Deba die Suche nach Pluspunkten: „Der Betrieb muss sich selbst analysieren. So entsteht die Identität des Unternehmens.“ Letztlich müsse eine Arbeitgebermarke aber auch polarisieren, sagt Grubendorfer. Sie soll die richtigen Leute anziehen und andere abstoßen.[...]

Ein gelungener Arbeitgeberauftritt zum Beispiel im Internet macht dann unmissverständlich klar, warum es sich für die gewünschte Zielgruppe lohnt, im Unternehmen anzuheuern. Doch Anzeigen und Internet-Werbung allein reichen nicht aus. Ergänzend bietet es sich für Mittelständler an, den Kontakt zu Hochschulen in der Region zu suchen – und potenzielle Mitarbeiter schon vor deren Abschluss von den Vorzügen des Unternehmens zu überzeugen.[...]

Doch obwohl 90 Prozent der Mittelständler laut einer Compamedia-Studie Employer Branding im Kampf um Fachkräfte für erfolgsentscheidend halten, agieren 62 Prozent im Personalmarketing ohne Strategie. Mehr als ein Drittel kennt nicht einmal die Wünsche der Bewerber. „Den Unternehmen fehlt es noch an Know-How für den Aufbau einer Arbeitgebermarke“, sagt Silke Masurat, Geschäftsfüherin bei Compamedia.

Die Erwartungen der Bewerber an den idealen Arbeitgeber sind mitunter hoch: Auf den ersten Blick ist ein Betrieb ist vor allem dann interessant, wenn die Arbeit Spaß macht und erfüllend ist. Stimmen dann noch Gehalt und Karrierechancen, hat ein Arbeitgeber laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung zunächst seine Pflicht erfüllt – als Kür sollte er aber flexible Arbeitszeiten, Betriebskindergarten, Sprachkurse oder die Mitgliedschaft im Fitnessclub anbieten.

Richtig erfolgreich wird Employer Branding aber erst dann, wenn die Lock-Angebote eines Unternehmens auch zu den vermittelten Werten passen: „Wer den Gemeinschaftssinn in den Vordergrund stellt, könnte Firmenevents und gemeinsame Aktivitäten organisieren“, nennt Deba-Beraterin Grubendorfer ein Beispiel. Bei einem leistungsorientierten Unternehmen hingegen erwarten Bewerber eher Weiterbildungsangebote und das starke Fördern der Talente einzelner.[...]

Zu den Siegern 2008 gehören aber nicht nur Großunternehmen – ganz im Gegenteil: Jeder zweite Betrieb unter den besten zehn Arbeitgebern hat weniger als 500 Beschäftigte. Eine weitere Bestätigung für Deba-Expertin Christina Grubendorfer, dass Mittelständler beim Employer Branding nicht hinter Konzernen zurückbleiben müssen.

Demografischer Wandel und Gesundheit

Dezember 8, 2008

aus: Bertelsmann-Stiftung,  Newsletter vom 8. Dezember 2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion)

Bewegen Sie Europa!

Mit zunehmendem Wettbewerbsdruck wird die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Schlüsselressource zukunftsfähiger Unternehmen und Organisationen aller Branchen. Älter werdende Belegschaften und sinkender Nachwuchs an qualifizierten Arbeitskräften infolge des demografischen Wandels erfordern mehr denn je eine starke Investition in gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es ist offensichtlich, dass einzelne, verhaltensbezogene Interventionen nicht ausreichen, um nachhaltigen Erfolg im Sinne der langfristigen Aufrechterhaltung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu sichern. Vielmehr wird ein ganzheitlicher Ansatz gefordert, der in der Organisationskultur verankert ist und damit sowohl die Arbeitsumgebung und -organisation als auch das Wohlbefinden aller Beschäftigten mit einbezieht.

Gesundheit ist zu einem großen Teil auch eine Konsequenz des Lebensstils: Ungesunde Gewohnheiten, wie mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Rauchen und Stress gehören zu den maßgeblichen Ursachen für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen, die in Deutschland, sowie auch in Europa und weltweit, auf dem Vormarsch sind. Unternehmen spüren die Folgen in Form von Leistungsabfall, nachlassender Produktivität und durch einen hohen Krankenstand ihrer Beschäftigten.

Gleichzeitig rückt der Renteneintritt weiter in die Ferne, Berufstätige arbeiten zunehmend länger und verbringen somit einen beträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Der Lebensstil eines Menschen ist also keine reine Privatangelegenheit, sondern wird durch die Arbeit ganz entscheidend mitbestimmt. Arbeit ist für die meisten Menschen mehr als nur eine Einkommensquelle. Sie hat eine zentrale Bedeutung für soziale Kontakte und beeinflusst das Selbstwertgefühl. Somit ist der Arbeitsplatz ein idealer Ort, um einen gesunden Lebensstil zu fördern.

Als Unternehmen können Sie dazu beitragen, Ihre Beschäftigten die gesamte Laufbahn hindurch gesund und arbeitsfähig zu erhalten, indem Sie am Arbeitsplatz die Rahmenbedingungen schaffen, die einen gesunden Lebensstil Ihrer Belegschaft unterstützen. Gesundheit zahlt sich aus! Studien zeigen, dass mit jedem in betriebliche Gesundheitsförderung investierten Euro Krankheitskosten zwischen 2,50 Euro und 4,80 Euro eingespart werden können.

Das Ziel der Kampagne Move Europe ist es, die Bedeutung betrieblicher Gesundheitsförderung europaweit zu stärken. Unter der Schirmherrschaft von Hartmut Mehdorn (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG) sowie unterstützt durch den Medienpartner Financial Times Deutschland treten Unternehmen und Institutionen öffentlich für moderne Primärprävention ein. Im Mittelpunkt steht die Förderung eines gesunden Lebensstils in der Arbeitswelt mit einem Fokus auf:

* Ernährung
* Körperliche Aktivität
* Psychische Gesundheit
* Tabakkonsum

Move Europe ist eine Initiative des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP). Sie will Europa voranbringen:

Gesunde Beschäftigte schaffen gesunde Unternehmen.