Archiv für April 2009

Werteorientierung steigert Geschäftserfolg

April 20, 2009

Pressemitteilung vom 24.03.09
von: boloria – kundendialog mit dimension!
Manfred Heros, Inhaber der boloria Marketing Consulting

(Hervorhebungen von der blog-Redaktion)

Eine neue Werteorientierung wird in der Krise für Unternehmen immer wichtiger

Die Teilnehmer des 7. Expertenforums Mittelstand haben am 19.03.09 in Frankfurt zu einer grundsätzlichen Wertedebatte in Deutschland aufgerufen. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob das Streben nach Profitabilität wirklich das einzige Ziel menschlichen Handelns ist“. Hierzu der Kommentar von Manfred Heros (boloria Marketing Consulting):

Werteorientierung ernst betrieben nimmt tiefgreifend Einfluss auf alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens. Damit sind ein hoher Zeitaufwand und hohe Investitionskosten verbunden. Genau aus diesem Grund gehen viele Unternehmer und Manager dieses wichtige Thema immer noch mit zu wenig Ehrgeiz und Ernsthaftigkeit an. In den Unternehmen herrscht oftmals noch das Denken vor, dass Werteorientierung zu wenig greifbar ist, wenig konkretes hervorbringt und kurzfristig keinen Beitrag zur Umsatzsteigerung leistet. Und genau hier liegt das Dilemma. Das kurzfristige Vertriebsdenken steht bei den Verantwortlichen primär auf der Tagesordnung.

In meiner Ausgabe 03 der Kundeninformation „Cue – Value- und Dialogmarketing im Fokus“ aus dem Jahr 2007 vertiefte ich dieses Thema und ging hierbei speziell auf den Mittelstand ein. Mein Fazit damals: Werteorientierung wird zukünftig erfolgsentscheidend für jedes Unternehmen. Sie muss zum integrierten Bestandteil der Unternehmensstrategie und -kommunikation werden und ist eine Pflichtübung für jeden Manager und Unternehmensleiter. Denn sie fördert sowohl die Orientierung als auch der Transparenz innerhalb des Unternehmens. Darüber hinaus wird das nötige Vertrauen und ein verlässlicher Rahmen geschaffen, um konzentriert arbeiten zu können. Dies belegt auch die aktuelle Führungskräftebefragung 2009. Eine Studie der Wertekommission – Initiative für wertebewusste Führung e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Managerverband e. V.

Letztendlich steigern Unternehmen bei Umsetzung einer werteorientierten Unternehmensstrategie langfristig den Erfolg. Vor allem in Bezug auf das Marketing ist die Werteorientierung eines Unternehmens gewinnbringend. Denn die Krise und die Veränderung des Kommunikationsverhaltens verlangen heute nach neuen Herangehensweisen im Marketing und im Kundendialog. Die Kunden (egal ob B-to-C oder B-to-B) erwarten vor allem Klarheit, Einfachheit und mehrwertorientierte Lösungen.

Soziale Kompetenz in der Mitarbeiterführung

April 19, 2009

Auszug aus einem Interview von Barbara Sommerhoff mit Prof. Andreas Suchanik in der SZ (15.04.2009)

Faires Feedback
Leistungsbeurteilung

Ohne Respekt ist jede Mitarbeiterbewertung kontraproduktiv: Unternehmensethiker Andreas Suchanek erklärt, warum Sozialkompetenz für die Beurteilung von Menschen so wichtig ist.

Wer andere Menschen beurteilt, muss über Sozialkompetenz verfügen, sagt der Leipziger Wirtschafts- und Unternehmensethiker Andreas Suchanek. Das bedeutet: dem anderen mit Respekt und Fairness zu begegnen, ihm Vertrauen zu schenken und bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Ein Beurteilungsverfahren, das auf ethischen Werten basiert, trage sogar zur Wertsteigerung des Unternehmens bei.

SZ: Nicht alle Mitarbeiter begrüßen die regelmäßige, formale Bewertung ihrer Leistung. Können solche Verfahren der Unternehmenskultur schaden?

Suchanek: Wie immer sagt der Wissenschaftler: Es kommt darauf an. Es macht einen großen Unterschied, ob ich ein solches Verfahren in einer ethisch gehaltvollen Form mache, das heißt, ob ich dabei Grundwerte wie Respekt, Fairness, Vertrauen und Verantwortung berücksichtige. Dann ist die Beurteilung ein sehr wertvolles Instrument der Unternehmenskultur. Umgekehrt: Wenn es an diesen Grundwerten fehlt, dann ist das desaströs für die Unternehmenskultur.

SZ: Kennen Sie ein Rezept, wie man es richtig macht?

Suchanek: Darin liegt eine große Herausforderung. Nehmen Sie als Beispiel Respekt. Jeder Mensch weiß, dass er gern von anderen respektiert wird. Und jeder Führungskraft ist klar, dass es wichtig ist, den Mitarbeiter zu respektieren. Es fehlt also nicht das Wissen, sondern im Alltag besteht oft das ganz simple Problem, dass daran nicht gedacht wird. Oder dass man es wegen Zeitmangel oder Druck von der nächsthöheren Hierarchieebene schlicht vergisst. Deshalb muss man organisieren, daran zu denken. Im Beurteilungsverfahren sollte der Vorgesetzte beispielsweise daran denken, sich beim Mitarbeiter für die geleistete Arbeit zu bedanken. Oder wenn die Leistung nicht so gut war, zunächst fragen, woran es lag. Und deutlich machen, dass er den Mitarbeiter deshalb als Person nicht weniger respektiert.

SZ: Es ist heikel, Verhalten zu bewerten. Sollten besser nur die messbaren Leistungen bewertet werden?

Suchanek: Nein, das denke ich nicht. Gerade weichen Faktoren sind für die Unternehmenskultur sehr wichtig. Es ist richtig, dass bei ihrer Beurteilung der Nasenfaktor, also persönliche Sympathie, eine größere Rolle spielt oder es einfach unbewusste Wahrnehmungsverzerrungen geben kann. Eine Führungskraft muss lernen, damit umzugehen.

SZ: Klingt gut. Trotzdem steht der Mitarbeiter in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Vorgesetzten. Was ist, wenn der auf Fairness keinen großen Wert legt?

Suchanek: Die Tatsache, dass Abhängigkeitsverhältnisse ein Problem schaffen können, muss bei der Mitarbeiterbeurteilung berücksichtigt werden. Eine Möglichkeit ist das Mehr-Augen-Prinzip, bei dem der Mitarbeiter nicht nur vom Vorgesetzten, sondern außerdem von Projektleitern und Kollegen beurteilt wird. Eine weitere ist die Beurteilung der Führungskräfte durch die Mitarbeiter, also die sogenannte Bottom up- oder auch 360-Grad-Beurteilung. Wenn dabei bekannt wird, dass Führungskräfte ihre Machtposition auf unangenehme Weise ausspielen, muss man Korrekturmaßnahmen treffen.

Druck beeinträchtigt Kreativität

April 19, 2009

Auszug aus:  Nürnberger Nachrichten / Magazin am Wochenende / vom 18. April 2009

Große Angst vor dem Chef

Zu viel Druck tötet die Kreativität der Mitarbeiter / Von Walter Schmidt

Vorgesetzte, die Untergebene häufig unter Druck setzen, vergeuden deren Einfallsreichtum. Immer mehr Beschäftigte nehmen Psycho-Arzneien gegen Stress und Überlastung ein. [...]

Arbeitgeber, die ohne Rücksicht auf die Psyche immer mehr von ihrer Belegschaft fordern oder Angst erzeugen, gehen verantwortungslos mit den Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter um. „Um die Effizienz zu steigern, mag es ein geeignetes Mittel sein, Konkurrenz zu verstärken“, räumt Gerald Hüther [Professor für Neurobiologie, Anm. blog-Redaktion] ein. Doch auf die Kreativität „wirkt dieser Druck wie ein zäher Ölfilm, der sich auf eine sprudelnde Quelle legt“. [...]

Ein Chef, der seinen Leuten jede Zeit zum Nachdenken nimmt oder sie verängstigt, zwingt ihre Hirne, auf einfache Bewältigungsstrategien zurückzugreifen. Statt komplexer Lösungen bevorzugen selbst die ausgefeiltesten Denk-Organe dann primitive Vorgehensweisen, oder sogar archaische Notfallreaktionen.[...]

Vorgesetzte müssten lernen, „jeden Mitarbeiter wertzuschätzen und zwar als einzigartige Quelle von Wissen und Erfahrung“. Er [Prof. Hüther] wirbt für ein Arbeitsklima, in dem Fehler als Lernchance begriffen und Mitarbeiter ermutigt werden, Ideen auszutauschen.“