Archiv für Mai 2009

Rechnen sich glückliche Mitarbeiter?

Mai 12, 2009

Auszug aus:  Nürnberger Nachrichten, 11. Mai 2009

Bericht über den Vortrag des Glücksforschers Karlheinz Ruckriegel beim Festakt des Lions Club Nürnberg

Ruckriegel empfiehlt statt Karrierestreben eine Balance zwischen Arbeit und Leben.

Deutsche sind unglücklich

[...]Deutschland ist zwar die viertreichste Nation der Welt, liegt aber bei einer Untersuchung zum Glücklichsein international nur auf Platz 35.[...]

Geld jedenfalls macht nicht glücklich, sonst würde das Streben nach mehr bei den Superreichen ja nachlassen.[...]

Ruckriegel setzt dagegen auf liebevolle Beziehungen, die allerdings Zeit voraussetzen; auf positive Einstellung, Gesundheit, befriedigende Arbeit, gute soziale Beziehungen in den Unternehmen, Werte und Ziele. Immer mehr Firmen und Führungskräfte begreifen, dass positive Unternehmenskultur nicht nur die die Glückshormone purzeln lässt, sondern sich rein betriebswirtschaftlich auf der Habenseite verbuchen lässt.[...]

Was meinen Sie dazu, liebe Blogleser? Kann Arbeit glücklich machen und rechnen sich glückliche bzw. zufriedene Mitarbeiter tatsächlich?

Sozialkompetenz bei der Leistungsbeurteilung

Mai 5, 2009

aus der Süddeutschen Zeitung vom 15.04.2009
Interview: Barbara Sommerhoff

Faires Feedback
Leistungsbeurteilung

Ohne Respekt ist jede Mitarbeiterbewertung kontraproduktiv: Unternehmensethiker Andreas Suchanek erklärt, warum Sozialkompetenz für die Beurteilung von Menschen so wichtig ist.

Wer andere Menschen beurteilt, muss über Sozialkompetenz verfügen, sagt der Leipziger Wirtschafts- und Unternehmensethiker Andreas Suchanek. Das bedeutet: dem anderen mit Respekt und Fairness zu begegnen, ihm Vertrauen zu schenken und bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen. Ein Beurteilungsverfahren, das auf ethischen Werten basiert, trage sogar zur Wertsteigerung des Unternehmens.

Was meine unsere Blogleser zu diesen Feststellungen des Wissenschaftlers?

DB: Mängel in der Unternehmenskultur

Mai 5, 2009

aus der Süddeutschen Zeitung vom 25.04.2009

Mehdorns Trümmerhaufen
Deutsche Bahn

Ein Kommentar von Michael Bauchmüller

Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube übernimmt ein Reich des Misstrauens. Nun muss er ein neues Klima schaffen.

In der Bahn herrscht nach dem Abgang von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ein Klima des Misstrauens.

Nächste Woche will Rüdiger Grube eine erste Runde durch das Unternehmen drehen. Er ist dann ganz offiziell der künftige Bahn-Chef. An diesem Samstag will der Aufsichtsrat seine Bestellung bestätigen, Anfang Mai tritt er an. Grube hat schon angekündigt, er wolle sich erst mal selbst ein Bild machen vom Unternehmen, das er führen soll. Wenn er genau hinschaut, wird er seinen Augen kaum trauen. Was er im Inneren der Bahn vorfindet, wird erschreckend sein.[...]

„Unternehmenskultur“ ist ein klangvolles Schlagwort aus dem Wörterbuch der Wirtschaft. Wie sehr ein Mangel an solcher Kultur ein Unternehmen beschädigen kann, lässt sich an der Bahn glänzend studieren. Der Ausgangspunkt war nicht einmal spektakulär. Offenbar war es einfach so, dass die Spitze des Konzerns keine Widerrede duldete. Wer fundamentale Leitlinien missachtete, insbesondere die Doktrin eines Groß-Börsengangs der Bahn samt Schienennetz, hatte in Führungspositionen nichts mehr zu suchen. Wer eine andere Meinung vertrat und diese mit anderen teilte, konnte sich der besonderen Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten gewiss sein; vielfach ersetzte Repression die Diskussion.[...]

Liebe Blog-Leser, was hier angedeutet wird, geht wohl weit darüber hinaus, was bisher über die Deutsche Bahn unter Mehdorn bekannt geworden ist.

Was meinen Sie: Kann der neue Bahnchef  bei der Beseitigung der Mängel, insbesondere der Unternehmenskultur, überhaupt erfolgreich sein?

Ressourcen für die Unternehmenskultur

Mai 5, 2009

aus: Wirtschaftswoche vom 28.04.2009

Bericht

Telekom kämpft nach Datenskandal um Vertrauen

Nach zahlreichen Datenschutz- und Spitzelskandalen will die Deutsche Telekom mit einem Bündel von Maßnahmen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Das geht aus dem ersten Datenschutzbericht des Konzerns hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.[...]

Gleichzeitig stockte die Telekom einem Sprecher zufolge das Budget für Datenschutz und Unternehmenskultur um zehn Mio. auf 27 Mio. Euro auf. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs in dem Bereich um 70 auf rund 560. [...]


Liebe Blog-Leser, kann das funktionieren: Eine bisher anscheinend zu gering entwickelte Unternehmenskultur mit zusätzlichem Geld und Personal voranbringen? Ihre Meinung interessiert mich und wohl auch viele andere.

Das Scheitern eines Unternehmers

Mai 5, 2009

aus:  DER SPIEGEL, Ausgabe 19/46, vom 04. Mai 2009

Auszug aus einem Interview mit

Philipp Daniel Merckle, 42, über den Suizid seines Vaters und Lehren aus dem Niedergang des schwäbischen Milliardenimperiums

Merckle: [...] Darüber hinaus glaube ich, dass wir als Gesellschaft Lehren daraus ziehen können.

SPIEGEL: Welche hauptsächlich?

Merckle: Dass wir als Unternehmer zurückfinden müssen zu einer gelebten Identität; zu Werten wie Vertrauen, Glaubwürdigkeit, zu verantwortlichem Handeln und den Prinzipien ehrbarer Kaufleute, wie sie beispielsweise mein Großvater noch gelebt hat. Und zu gesundem Maßhalten.[...]

Merckle:  Grundsätzliche Fragen wurden dagegen viel zu selten gestellt: Was wollen wir mit all diesen Firmen? Wofür stehen wir überhaupt? Welches Ziel haben wir – außer Profit? Da verlor mein Vater in den vergangenen Jahren sich selbst aus den Augen … [...]

SPIEGEL: Ihr unternehmerischer Misserfolg könnte zu der These verführen, dass Wirtschaft und Moral, Ethik und Erfolg eben nicht zusammenpassen.

Merckle: [...] Langfristig geht es nicht nur um Kostenmanagement, Benchmark, Profitmaximierung, Steuerschlupflöcher. Es geht um beständige, integre Wege. [...]

Was, lieber Blog-Leser, meinen Sie zu der hypothetischen Frage des SPIEGEL-Interviewers,

„dass Wirtschaft und Moral, Ethik und Erfolg eben nicht zusammenpassen.“?

Ich bin auf Ihre Antworten gespannt!