aus: DER SPIEGEL, Ausgabe 19/46, vom 04. Mai 2009
Auszug aus einem Interview mit
Philipp Daniel Merckle, 42, über den Suizid seines Vaters und Lehren aus dem Niedergang des schwäbischen Milliardenimperiums
Merckle: [...] Darüber hinaus glaube ich, dass wir als Gesellschaft Lehren daraus ziehen können.
SPIEGEL: Welche hauptsächlich?
Merckle: Dass wir als Unternehmer zurückfinden müssen zu einer gelebten Identität; zu Werten wie Vertrauen, Glaubwürdigkeit, zu verantwortlichem Handeln und den Prinzipien ehrbarer Kaufleute, wie sie beispielsweise mein Großvater noch gelebt hat. Und zu gesundem Maßhalten.[...]
Merckle: Grundsätzliche Fragen wurden dagegen viel zu selten gestellt: Was wollen wir mit all diesen Firmen? Wofür stehen wir überhaupt? Welches Ziel haben wir – außer Profit? Da verlor mein Vater in den vergangenen Jahren sich selbst aus den Augen … [...]
SPIEGEL: Ihr unternehmerischer Misserfolg könnte zu der These verführen, dass Wirtschaft und Moral, Ethik und Erfolg eben nicht zusammenpassen.
Merckle: [...] Langfristig geht es nicht nur um Kostenmanagement, Benchmark, Profitmaximierung, Steuerschlupflöcher. Es geht um beständige, integre Wege. [...]
Was, lieber Blog-Leser, meinen Sie zu der hypothetischen Frage des SPIEGEL-Interviewers,
„dass Wirtschaft und Moral, Ethik und Erfolg eben nicht zusammenpassen.“?
Ich bin auf Ihre Antworten gespannt!
Schlagworte: Untenehmensethik, Werteorientierung