Mitarbeiter gestalten Arbeitsplätze

By wilhelmkuester

aus:  INQA-Newsletter Juli 2009

Mitgestalten motiviert: Huhtamaki bezieht die Beschäftigten in die Arbeitsplatzgestaltung mit ein

Schichtarbeit, Zwangshaltung, Monotonie, Takt, Zeitdruck, körperliche Anstrengung: die Belastungen in der Produktion sind vielfältig. In seiner deutschen Niederlassung in Alf an der Mosel hat der finnische Verpackungshersteller Huhtamaki die Arbeitsbedingungen unter die Lupe genommen und die Mitarbeiter in die Arbeitsplatzgestaltung mit einbezogen.

Ob Delikatessen oder Salate, Kaffeespezialitäten, Erfrischungsgetänke oder Eiskrem – bunte Verpackungen aus Kunststoff machen Produkte attraktiv und fördern den Verkauf. Huhtamaki stellt in Alf im Vierschichtbetrieb diese Verpackungen her. Die Produktionsarbeiter sind dabei u. a. mit gleichförmigen Arbeitsabläufen, Daueraufmerksamkeit, Zwangshaltungen, Nachtschichten, harter körperlicher und taktgebundener Arbeit, hohem Zeitdruck sowie Heben und Tragen konfrontiert.

Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist dem finnischen Unternehmen sehr daran gelegen, die Arbeitsplätze alternsgerecht zu gestalten und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Eine erste Analyse durch eine Unternehmensberatung ergab, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 30 Prozent der Beschäftigten in der Produktion das Unternehmen altersbedingt verlassen werden, darunter vorwiegend Maschinenbediener mit einem hohen Know-how.

Die Strategie des Unternehmens sah daher vor, die bestehende Personalentwicklung um eine Nachfolgeplanung zu erweitern und dabei auch eine Einstellungsregelung für Auszubildende zu treffen.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Verbesserung der bestehenden Arbeitsgestaltung.  Dazu wurden Arbeitsgruppen aus Führungskräften, Betriebsrat und Management gebildet. Sie organisierten mit den Beschäftigten den Dialog über die richtige Arbeitsplatzgestaltung. Es wurden in allen vier Schichten Gruppengespräche mit den Beschäftigten geführt. Die Diskussionen über Probleme, Mustervorschläge und Lösungen setzte bei den Beteiligten kreative Energien frei. Motivation und Akzeptanz der gefundenen Lösungen wurden durch die direkte Einbeziehung der Beschäftigten merklich verbessert.
Die Ergebnisse des Projekts wurden und werden immer noch dokumentiert und ausgewertet.
Zu Beginn des Projekts konzentrierten sich die Arbeitsgruppen auf ausgewählte Arbeitsplätze. Inzwischen wird das Verfahren unternehmensweit angewendet und ist Bestandteil der jährlichen Gefährdungsbeurteilungen geworden.

Die aus den Gesprächen mit den Mitarbeitern des Pilotbereichs gefundenen Lösungen werden hinsichtlich der Machbarkeit kommuniziert und befinden sich zum Teil in der Umsetzung.[...]

 

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