Mit ‘Betriebsklima’ verschlagwortete Einträge

Das Betriebsklima in Krisenzeiten

August 16, 2009

aus:  „Die Welt online“  vom 16. August 2009

Gutes Betriebsklima: Die meisten Erwerbstätigen sind mit der Atmosphäre am Arbeitsplatz zufrieden

[...]Den deutschen Arbeitgebern ist sehr bewusst, wie wertvoll gute Beziehungen zu den Belegschaften in der Krise sind. „Nur eine sozial befriedete Gesellschaft ist zukunftsfähig“, sagt Martin Kannegiesser, Präsident des Metallarbeitgeberverbands Gesamtmetall. Bei der konstruktiven Lösung von Problemen und Konflikten spiele „das Klima in unseren Betrieben eine entscheidende Rolle. Wir setzen auf eine kooperative, transparente Unternehmenskultur.“ Das zeige sich gerade jetzt, so Kannegiesser: „Die Mitarbeiter registrieren genau, welche Anstrengungen unternommen werden. Denn auch diese Krise lösen wir nur gemeinsam oder gar nicht.“[...]


Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … Betriebsklima

Arbeitsstress nimmt zu

Februar 26, 2009

Aus:  Nürnberger Nachrichten vom 26. Februar 2009

Kommentar:

Stress bekämpfen

Gutes Arbeitsklima kann helfen

Alle Arten von Erkrankungen sind auf dem Rückzug – nur die psychischen Probleme von Arbeitnehmern sind seit 1995 um 80 Prozent angestiegen. Was ist passiert in den 14 Jahren? Waren Arbeitnehmer früher weniger sensibel? Ein Grund für diese bedenkliche Entwicklung liegt auf der Hand: Die Arbeitsbedingungen haben sich gravierend geändert. In vielen Firmen müssen immer weniger Mitarbeiter ein immer breiteres Feld abdecken. Die Leistung zählt. Aber auch die ist kein Garant dafür, dass man morgen noch einen Job hat. Eine Dauerbelastung, der nicht alle Arbeitnehmer gewachsen sind. Viele Arbeitgeber haben das Problem erkannt und versuchen, mit Stressmanagement ernsthaften Erkrankungen vorzubeugen. Noch sinnvoller wäre es, den Druck von den Mitarbeitern zu nehmen. Doch da ist nicht nur ein einzelnes Unternehmen gefragt. Zunächst einmal müsste sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt entspannen. Darauf kann wohl keiner in absehbarer Zeit hoffen. Eine näherliegende Hilfe ist ein kameradschaftlicher Umgang miteinander. Ein Handeln nach der Maxime «Jeder ist sich selbst der Nächste» zahlt sich auf Dauer nicht aus. Der Stress im Job wird in Zukunft nicht weniger werden. Ein gutes Arbeitsklima kann aber viel wettmachen.

ELISABETH LEHMANN 26.2.2009


Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … ArbeitsstressGesundheitsmanagement

Charakter in der Krise

Februar 16, 2009

Auszug aus:  Handelsblatt Nr. 031 vom 13.02.09 Seite 2

Leistung gegen Vertrauen

RANKING: Das Handelsblatt präsentiert Deutschlands beste Arbeitgeber. In der Krise zählen Verlässlichkeit, Wertschätzung und klare Kommunikation.

KATRIN TERPITZ | BERLIN Die Wahl des Arbeitgebers funktioniert nach ähnlichem Muster wie die Partnerwahl. „Den heißen Urlaubsflirt heiraten die wenigsten, sie suchen eine verlässliche Beziehung, die im Alltag standhält – gerade in schlechten Zeiten“, sagt Personalexperte Frank Hauser, Geschäftsführer des Great Place to Work Institute Deutschland. Seine Erfahrung: Selbst wenn sie bei Studienabgängern regelmäßig ganz oben auf der Liste der Wunscharbeitgeber stehen – Unternehmen mit Glamour-Faktor erweisen sich allzu oft für Mitarbeiter als „goldener Käfig“, in dem Freiräume fürs Arbeiten fehlen.

In der Krise beweist sich der wahre Charakter eines Arbeitgebers. Wer die Werte wie Glaubwürdigkeit, Fairness und Respekt vorschnell über Bord wirft, verspielt auf lange Zeit das Vertrauen und damit das Engagement seiner Mitarbeiter. Hauser: „Die Trennung von Mitarbeitern lässt sich nicht immer vermeiden. Aber auf das Wie kommt es an.“ Der Lackmustest für gute Arbeitgeber: Kommen Leute, die das Unternehmen in schwierigen Zeiten entlassen musste, später wieder gerne zurück?

Denn wenn diese ökonomische Krise überstanden ist, folgt eine zweite ähnlich dramatische: der demografisch bedingte Fachkräftemangel. Nur Arbeitgeber, die ihre Leute wertschätzen und fördern, können langfristig hochqualifizierte Leute binden. Hauser: „Engagement und gutes Betriebsklima lassen sich nicht verordnen, Firmen müssen hier mit Ausdauer investieren.“[...]

Eine weitere Umfrage des Great Place to Work Institute unter 314 Firmen und insgesamt 37 000 Beschäftigten belegt: Mitarbeiterorientierung zahlt sich aus. Sie steigert das Engagement der Belegschaft und zugleich den Unternehmenserfolg im Schnitt um 30 Prozent. „Von den Top 100 fühlen sich 74 Prozent der Mitarbeiter als Teil einer engagierten Leistungsgemeinschaft, im Schnitt aller Firmen in Deutschland sind es nur 40 Prozent“, sagt Hauser. [...]

Manager mit Humor

September 22, 2008

Auszug aus manager-magazin.de / Stand: 22. September 2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion)

KARRIERE
Mit Witz zum Ziel

Durchhaltevermögen gilt vielen Managern als höchste Tugend einer Führungskraft – nicht umsonst ist der Marathonmann Prototyp des erfolgreichen Chefs. Tatsächlich gibt es viele Situationen, wo Humor zielführender ist als verbissenes Ringen. Denn wer die Lacher auf seiner Seite hat, hat meistens schon gewonnen.

Berlin/Freiburg – Am Arbeitsplatz gilt oft das Motto „Lachen verboten“. Wer zu viel Spaß hat, steht im Verdacht, seinen Job nicht ernst zu nehmen. Und auch im Gespräch mit Kunden oder Kollegen ist Seriosität in der Regel das oberste Gebot derUnternehmenskultur.[...]

Humor hat im Berufsalltag häufig keinen Platz„, sagt Albrecht Kresse, Autor und Trainer aus Berlin. Das ist in anderen Kulturräumen wie etwa England oder Australien anders – denn mit Humor geht vieles besser. Mit seiner Hilfe können gespannte Situationen entschärft, kritische Anmerkungen freundlicher verpackt und langweilige Konferenzen aufgepeppt werden.[...]

„Humor ist ein kommunikatives Schmiermittel“, sagt Bärbel Hinz-Käfer. „Selbst in festgefahrenen Verhandlungen kann er hilfreich sein“, so die Unternehmensberaterin aus Freiburg, die Humorseminare anbietet. Humor in seiner positiven Variante sei auch eine Bewältigungsstrategie bei Belastungen im Beruf, ergänzt Birgit Rißland, Diplom-Psychologin aus Stendorf. „Für abwertenden, zynischen Humor gilt das allerdings nicht.“ Wer Stressfaktoren mit einer Grundeinstellung heiterer Gelassenheit begegnet, könne davon profitieren. Chronisch schlechte Stimmung erhöhe dagegen beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Humor habe viele positive Wirkungen – auf den anderen und auf einen selbst. „Lachen ist gesund“ hält Hinz-Käfer deshalb für eine zutreffende Behauptung. „Im Beruf geht es allerdings tendenziell humorlos zu“, ist Albrecht Kresses Erfahrung. Zumeist gelte „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit“. Kresse ist überzeugt, dass dadurch viele Chancen verschenkt werden: „Wir nutzen Humor viel zu selten.“[...]

Allerdings sei der humorvolle Umgang mit unter Umständen kniffligen Themen am Arbeitsplatz kein Kinderspiel: „Man muss dafür schon etwas Fingerspitzengefühl entwickeln und sich auf sein Gegenüber einlassen“, sagt Eva Ullmann, die Unternehmen zum Thema Humor coacht. „Es reicht nicht, wenn der Chef einen Scherz nach dem anderen produziert.“ Dröhnendes Lachen ist eben noch kein Zeichen für ein entspanntes Betriebsklima - solange in erster Linie immer nur einer lacht. „Gerade Vorgesetzte sollten die Fähigkeit haben, sich auch selbst auf die Schippe zu nehmen“, sagt Ullmann.