Mit ‘Demografische Entwicklung’ verschlagwortete Einträge

Mitarbeiter gestalten Arbeitsplätze

August 9, 2009

aus:  INQA-Newsletter Juli 2009

Mitgestalten motiviert: Huhtamaki bezieht die Beschäftigten in die Arbeitsplatzgestaltung mit ein

Schichtarbeit, Zwangshaltung, Monotonie, Takt, Zeitdruck, körperliche Anstrengung: die Belastungen in der Produktion sind vielfältig. In seiner deutschen Niederlassung in Alf an der Mosel hat der finnische Verpackungshersteller Huhtamaki die Arbeitsbedingungen unter die Lupe genommen und die Mitarbeiter in die Arbeitsplatzgestaltung mit einbezogen.

Ob Delikatessen oder Salate, Kaffeespezialitäten, Erfrischungsgetänke oder Eiskrem – bunte Verpackungen aus Kunststoff machen Produkte attraktiv und fördern den Verkauf. Huhtamaki stellt in Alf im Vierschichtbetrieb diese Verpackungen her. Die Produktionsarbeiter sind dabei u. a. mit gleichförmigen Arbeitsabläufen, Daueraufmerksamkeit, Zwangshaltungen, Nachtschichten, harter körperlicher und taktgebundener Arbeit, hohem Zeitdruck sowie Heben und Tragen konfrontiert.

Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist dem finnischen Unternehmen sehr daran gelegen, die Arbeitsplätze alternsgerecht zu gestalten und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Eine erste Analyse durch eine Unternehmensberatung ergab, dass in den nächsten zehn Jahren etwa 30 Prozent der Beschäftigten in der Produktion das Unternehmen altersbedingt verlassen werden, darunter vorwiegend Maschinenbediener mit einem hohen Know-how.

Die Strategie des Unternehmens sah daher vor, die bestehende Personalentwicklung um eine Nachfolgeplanung zu erweitern und dabei auch eine Einstellungsregelung für Auszubildende zu treffen.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Verbesserung der bestehenden Arbeitsgestaltung.  Dazu wurden Arbeitsgruppen aus Führungskräften, Betriebsrat und Management gebildet. Sie organisierten mit den Beschäftigten den Dialog über die richtige Arbeitsplatzgestaltung. Es wurden in allen vier Schichten Gruppengespräche mit den Beschäftigten geführt. Die Diskussionen über Probleme, Mustervorschläge und Lösungen setzte bei den Beteiligten kreative Energien frei. Motivation und Akzeptanz der gefundenen Lösungen wurden durch die direkte Einbeziehung der Beschäftigten merklich verbessert.
Die Ergebnisse des Projekts wurden und werden immer noch dokumentiert und ausgewertet.
Zu Beginn des Projekts konzentrierten sich die Arbeitsgruppen auf ausgewählte Arbeitsplätze. Inzwischen wird das Verfahren unternehmensweit angewendet und ist Bestandteil der jährlichen Gefährdungsbeurteilungen geworden.

Die aus den Gesprächen mit den Mitarbeitern des Pilotbereichs gefundenen Lösungen werden hinsichtlich der Machbarkeit kommuniziert und befinden sich zum Teil in der Umsetzung.[...]

 

„Fit mit alternden Belegschaften“

März 9, 2009

Aus einer INQA-Pressemitteilung
vom 03.03.2009

INQA-Projekt will Emscher-Lippe-Region demographiefest machen
Parlamentarischer Staatssekretär Klaus Brandner

Sinkende Einwohnerzahlen, Stellenrückgang und kontinuierlich alternde Belegschaften - das ist die Ausgangssituation in der nordrhein-westfälischen Emscher-Lippe-Region. Das Kohlerückzugsgebiet bildet seit September 2008 den Rahmen für das Projekt „Fit mit alternden Belegschaften“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), welches am 2. März in der Hertener Zeche Scherlebeck der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Das Projekt soll Unternehmen der Region dabei unterstützen, mit den richtigen Instrumenten rechtzeitig auf den demographischen Wandel zu reagieren. Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Mittelständler aus der Industrie haben sieben Unternehmen in exemplarischer Form Anteil an Altersstrukturanalysen, Qualifizierungsplänen und Maßnahmen sowie Aktivitäten zur Sensibilisierung der Beschäftigten.[...]

Wichtige Impulse erwarten nicht zuletzt die beteiligten Betriebe: „Dezentrale Strukturen, flexibler Personalbedarf und -einsatz sowie gleichzeitig höchste Qualitätsmaßstäbe prägen unser Geschäft. Aber: Kurz- bzw. mittelfristig geht ein Großteil unserer erfahrenen Mitarbeiter in Rente. Unter diesen Voraussetzungen ist es unser Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit der älteren Belegschaften so lange wie möglich zu erhalten und neue jüngere Mitarbeiter systematisch zu qualifizieren. Denn nur so können wir auch zukünftig allen Anforderungen gerecht werden. Die Teilnahme am INQA-Projekt hilft uns dabei, für die Zukunft gewappnet zu sein“, war von Peter Brüning als Personalleiter der JC Eckardt GmbH zu erfahren.[...]


Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … Demografischer Wandel

Demografischer Wandel und Gesundheit

Dezember 8, 2008

aus: Bertelsmann-Stiftung,  Newsletter vom 8. Dezember 2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion)

Bewegen Sie Europa!

Mit zunehmendem Wettbewerbsdruck wird die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Schlüsselressource zukunftsfähiger Unternehmen und Organisationen aller Branchen. Älter werdende Belegschaften und sinkender Nachwuchs an qualifizierten Arbeitskräften infolge des demografischen Wandels erfordern mehr denn je eine starke Investition in gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen. [...]

Gesundheit ist zu einem großen Teil auch eine Konsequenz des Lebensstils: Ungesunde Gewohnheiten, wie mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Rauchen und Stress gehören zu den maßgeblichen Ursachen für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen, die in Deutschland, sowie auch in Europa und weltweit, auf dem Vormarsch sind. Unternehmen spüren die Folgen in Form von Leistungsabfall, nachlassender Produktivität und durch einen hohen Krankenstand ihrer Beschäftigten.

Gleichzeitig rückt der Renteneintritt weiter in die Ferne, Berufstätige arbeiten zunehmend länger und verbringen somit einen beträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz.[...]

Als Unternehmen können Sie dazu beitragen, Ihre Beschäftigten die gesamte Laufbahn hindurch gesund und arbeitsfähig zu erhalten, indem Sie am Arbeitsplatz die Rahmenbedingungen schaffen, die einen gesunden Lebensstil Ihrer Belegschaft unterstützen. Gesundheit zahlt sich aus! Studien zeigen, dass mit jedem in betriebliche Gesundheitsförderung investierten Euro Krankheitskosten zwischen 2,50 Euro und 4,80 Euro eingespart werden können.

[...]Im Mittelpunkt steht die Förderung eines gesunden Lebensstils in der Arbeitswelt mit einem Fokus auf:

* Ernährung
* Körperliche Aktivität
* Psychische Gesundheit
* Tabakkonsum

[...]Gesunde Beschäftigte schaffen gesunde Unternehmen.

Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  …  Demografischer WandelGesundheitsmanagement