Mit ‘Führungskompetenzen’ verschlagwortete Einträge

Führung mit sozialer Intelligenz

November 26, 2009

aus: Havard Businessmanager, November 2009

Psychologie
Soziale Intelligenz – Warum Führung Einfühlung bedeutet

Von Daniel Goleman und Richard Boyatzis

Neue Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen, wie Führungskräfte die Stimmung im Team und damit auch dessen Leistung verbessern können: Indem sie lernen, die biologischen Gesetze der Empathie zu nutzen.

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Auch heute noch nimmt das Konzept der emotionalen Intelligenz einen hohen Stellenwert in der Literatur zum Thema Führen und in der Coachingpraxis des Arbeitsalltags ein. [...]

Die wichtigste Erkenntnis: Bestimmte Verhaltensweisen von Führungspersönlichkeiten wirken sich eindeutig auf die chemischen Abläufe in ihrem eigenen Gehirn und dem ihrer Mitarbeiter aus – vor allem dann, wenn die Führungskräfte Einfühlungsvermögen zeigen und sich auf die Stimmungslage ihrer Mitmenschen einstellen. Wie Forscher herausgefunden haben, beruht die Dynamik zwischen einer Führungskraft und ihren Mitarbeitern nicht darauf, dass zwei (oder mehrere) individuelle Gehirne bewusst oder unbewusst aufeinander reagieren. Es ist eher so, dass die Gehirne dieser Individuen gewissermaßen zu einem einzigen System verschmelzen.[...]

Die Idee, dass gute Führung davon abhängt, ob jemand ausgeprägte soziale Schaltkreise besitzt, war die Basis für den weiteren Ausbau unseres Konzepts der emotionalen Intelligenz. Es beruht ursprünglich auf den Theorien der Individualpsychologie. Doch um Führungsqualitäten auch anhand von zwischenmenschlichen Beziehungen beurteilen zu können, haben wir das Konzept der sozialen Intelligenz entwickelt. Wir definieren sie so: Soziale Intelligenz beschreibt eine Reihe zwischenmenschlicher Fähigkeiten, die auf bestimmten neuronalen Schaltkreisen – und damit in Verbindung stehenden Hormonsystemen – beruhen und andere Menschen zu effizienter Arbeit inspirieren.
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Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter: … Führungskompetenzen

Was zeichnet die ideale Führungskraft aus?

Oktober 8, 2009

WirtschaftsWoche NR. 023 VOM 02.06.2008 SEITE 119
Ausschnitt aus einem Interview von Christian Schlesiger mit Prof. Frey, LMU MÜnchen

„Querköpfe werden kaltgestellt“

Psychologe Dieter Frey über schnelle Wege an die Konzernspitze und Orchesterdirigenten als Vorbilder.

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Wie sieht die ideale Führungskraft aus?

Wissenschaftler nennen sie „androgyn“. Sie verfügt sowohl über typisch männliche Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke, klares Positionieren und strategisches Denken als auch typisch weibliche Merkmale wie Beobachtungsgabe, Zuhörenkönnen und Empathie. Dieser Manager ist vergleichbar mit einem Dirigenten, der seinem Orchester Orientierung vorgibt, dabei aber den Einzelnen groß werden lässt.

Das klingt aber stark nach Begabung.

Es gibt Menschen, die im innersten Kern ihrer Persönlichkeit Urängste haben oder narzisstisch veranlagt sind. Aber die meisten können an ihren Führungsfähigkeiten arbeiten. Es geht ja um Vermittlung von Wissen und Handlungskompetenzen – und Methoden lassen sich einüben.[...]


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Wie sehen sich moderne Manager?

Oktober 4, 2009

aus:  Havard Business Manager 05/2009
Ausschnitte aus dem Artikel Von Paul J. Kohtes:

Führungskräfte
Das Selbstbild moderner Manager

Was treibt Manager an? Welchen Werten fühlen sie sich verpflichtet? Wo finden sie Sinn? Spannende – und ernüchternde – Antworten auf diese Fragen gibt eine aktuelle Studie

Pflichtbewusst, leistungsorientiert und zu privatem Verzicht bereit: Die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft leben für und in ihrem Beruf. [...]

Das Ergebnis: An der Spitze der Konzerne und großer mittelständischer Unternehmen in Deutschland stehen Menschen, die gut funktionieren und überwiegend innerhalb der Grenzen des Systems denken und handeln. Ein Ergebnis, das auf den ersten Blick nicht überrascht. Spannend wird es, weil sich zwei Fragen daran knüpfen: Zum einen ist es die Frage nach Werten, die sich nicht aus Funktions- und Leistungsanforderungen speisen; nach Sinn- und Zielvorstellungen, die Vitalität und innere Unabhängigkeit verleihen. Zwar schimmern diese hinter den vordergründigen Antworten zuweilen durch. Viele Manager erleben sie aber hauptsächlich in der Privatsphäre. [...]

Die Führungskräfte haben ein klares Bild vor Augen, wie sie vor sich selbst und in der Öffentlichkeit erscheinen wollen: Leistungsstark, wertebewusst und sozial verantwortlich. Doch dieses Bild wirkt vordergründig. Seinen Weg vom eher rationalen Entwurf bis zur gelebten Grundüberzeugung muss er erst noch finden. [...]

Mehr Persönlichkeit wagen heißt das Gebot der Stunde. Es sind die Nonkonformisten, die im Geschäft etwas bewegen – ohne sich zu verbiegen.


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Fehlende Führungskompetenzen

September 30, 2009

aus:  INQA-Letter vom 3. September 2009

Unzufriedenheitsfaktor Nummer 1: der Chef

Erste Ergebnisse einer Online-Befragung der Ruhr-Universität Bochum werfen ein schlechtes Licht auf die Leistung von Führungskräften in deutschen Unternehmen. Weit mehr als die Hälfte der bislang rund 3.500 Teilnehmer ist unzufrieden mit der Führungsarbeit ihres Chefs. Über 56 Prozent von ihnen benoteten den Chef auf einer Skala von 0 bis 9 im unteren Drittel. 23 Prozent gaben ihren Vorgesetzten sogar die negativste mögliche Bewertung. Die Befragung wird nun fortgesetzt.


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Fehlende Führungskompetenzen

August 18, 2009

aus: Studie der Universität Bochum
gelesen in: Nürnberger Nachrichten vom 18. August 2009

Mieses Zeugnis für den Chef
Viele Arbeitnehmer mit dem Vorgesetzten unzufrieden

[...]

Der Chef ist sogar der Kündigungsgrund Nummer eins, ergab eine Studie der Ruhr-Universität Bochum. 3500 Arbeitnehmer hatten dafür das Verhältnis zu ihrem Chef bewertet. Nur 20 Prozent von ihnen gaben an, mit dem Vorgesetzten zufrieden zu sein, 56 Prozent sind unzufrieden. Fast jeder vierte (23 Prozent) gab sogar die negativste mögliche Bewertung überhaupt an.

Über die Hälfte schätzt sich als erfolgreich ein.

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass es nicht die Miesmacher und Schwarzseher sind, die solche Einschätzungen abgeben: Denn 53 Prozent schätzten ihr Unternehmen und auch sich selbst als erfolgreich ein.

Wie zufrieden Mitarbeiter mit ihrer Arbeit sind, hängt ganz wesentlich davon ab, wie gut sie ihr Verhältnis zum Chef bewerten. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist dieser Faktor der wichtigste für die Arbeitszufriedenheit, ermittelten die Wissenschaftler von der Fakultät für Psychologie. Zentral sei den Arbeitnehmern ein «vertrauensvoller, sensitiver und fairer Umgang sowie ein gutes Aufgabenmanagement«. Genau dazu seien viele Führungskräfte offensichtlich nicht in der Lage.

Der Druck wächst.

Rüdiger Hossiep von der Ruhr-Universität warb allerdings auch um Verständnis für die Chefs. Manager- und Vorgesetzten-Bashing sei derzeit zwar «in«. Wer nur kritisiert, mache es sich aber etwas einfach: «In der weltweiten Krise wächst der Druck noch, auch auf die Vorgesetzten.«

Betroffen sei keine kleine elitäre Minderheit. «Inzwischen hat in Deutschland jeder siebte einen Führungsauftrag.« Viele davon seien in einer «Sandwich-Position« – das heißt, sie seien einerseits Vorgesetzte, andererseits selbst Geführte. Hinzu komme, dass immer mehr Jüngere ohne vorherige Führungserfahrung auf einer Stelle mit entsprechender Verantwortung landen. «Die Firmen haben in den vergangenen Jahren an der Ausbildung für Führungskräfte gespart«, kritisierte Hossiep.


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DB: Mängel in der Unternehmenskultur

Mai 5, 2009

aus der Süddeutschen Zeitung vom 25.04.2009

Mehdorns Trümmerhaufen
Deutsche Bahn

Ein Kommentar von Michael Bauchmüller

Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube übernimmt ein Reich des Misstrauens. Nun muss er ein neues Klima schaffen.

In der Bahn herrscht nach dem Abgang von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn ein Klima des Misstrauens.

Nächste Woche will Rüdiger Grube eine erste Runde durch das Unternehmen drehen. Er ist dann ganz offiziell der künftige Bahn-Chef. An diesem Samstag will der Aufsichtsrat seine Bestellung bestätigen, Anfang Mai tritt er an. Grube hat schon angekündigt, er wolle sich erst mal selbst ein Bild machen vom Unternehmen, das er führen soll. Wenn er genau hinschaut, wird er seinen Augen kaum trauen. Was er im Inneren der Bahn vorfindet, wird erschreckend sein.[...]

„Unternehmenskultur“ ist ein klangvolles Schlagwort aus dem Wörterbuch der Wirtschaft. Wie sehr ein Mangel an solcher Kultur ein Unternehmen beschädigen kann, lässt sich an der Bahn glänzend studieren. Der Ausgangspunkt war nicht einmal spektakulär. Offenbar war es einfach so, dass die Spitze des Konzerns keine Widerrede duldete. Wer fundamentale Leitlinien missachtete, insbesondere die Doktrin eines Groß-Börsengangs der Bahn samt Schienennetz, hatte in Führungspositionen nichts mehr zu suchen. Wer eine andere Meinung vertrat und diese mit anderen teilte, konnte sich der besonderen Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten gewiss sein; vielfach ersetzte Repression die Diskussion.[...]

Liebe Blog-Leser, was hier angedeutet wird, geht wohl weit darüber hinaus, was bisher über die Deutsche Bahn unter Mehdorn bekannt geworden ist.

Was meinen Sie: Kann der neue Bahnchef  bei der Beseitigung der Mängel, insbesondere der Unternehmenskultur, überhaupt erfolgreich sein?
Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … Unternehmenskultur

Die Arbeitswelt von morgen

September 21, 2008

Auszüge aus:

WirtschaftsWoche NR. 034 VOM 18.08.2008 SEITE 120, 18.08.2008

Heute hier, morgen dort

[...]Arbeitsmarktforscher, Management-Experten, Organisationspsychologen – egal, wen man fragt: Alle sind sich einig dass die Arbeitswelt vor einem radikalen Wandel steht.[...][...]

Und ein Wort dominiert die Diskussionen: Flexibilität. Das klingt abgedroschen, doch dahinter verbirgt sich weit mehr als Anpassungsfähigkeit im Denken und Handeln. Der Arbeitnehmer von morgen wird mehr als nur einen Arbeitgeber haben, er wird häufiger zwischen Selbständigkeit und Festanstellung wechseln und mehr Teilzeit- und Zeitarbeit leisten. Er wird in ständig wechselnden Projekten mit unterschiedlichen Teams aus unterschiedlichen Nationen zusammenarbeiten, viele seiner Kollegen nur auf dem Videobeamer oder per E-Mail, Chat oder Wiki kennenlernen. [...]

Seit es Handys mit E-Mail-Funktion und billige flächendeckende sowie breitbandige Internet-Verbindungen gibt, können alle miteinander arbeiten, ohne am selben Ort zu sein.

Junge Menschen wiederum erwarten von ihrem Traumjob heute nicht mehr den dicken Firmenwagen, sondern vor allem eine bessere Work-Life-Balance, also attraktive Arbeitsbedingungen, die sowohl einen Kompromiss aus Familie und Karriere ermöglichen als auch abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben.

Und die entstehen gerade im Dienstleistungsbereich. Von den 39,8 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland arbeiteten im ersten Quartal dieses Jahres nur noch etwa 20 Prozent im produzierenden Gewerbe – 1991 waren es noch mehr als 36 Prozent. Der Anteil der Dienstleister an den Beschäftigten hingegen stieg im selben Zeitraum von knapp 60 auf über 72 Prozent. [...][...]

Trend Projektwirtschaft. Auch das wird kommen: Arbeitnehmer werden künftig öfter zeitlich begrenzt und in Teilprojekten zusammenarbeiten. Ist eine Aufgabe beendet, werden die Teams neu aufgestellt. Der Grund: Durch die globale Konkurrenz stehen die Konzerne zunehmend unter Zeitdruck. Die Lebenszyklen von Produkten verkürzen sich, die Neuentwicklung von Nachfolgeprodukten muss schneller gehen.[...]

Online-Netzwerke [...]

Zudem können die Unternehmen Kosten für Büros und feste Belegschaften sparen. [...] Zwar werden Büros und Zentralen nie ganz verschwinden, aber, so Tapscott, „es wird weniger zwingende Gründe geben, monolithische Arbeitsplätze zu organisieren, auf denen sich der Inhaber täglich einfinden muss.“

Vielen deutschen Arbeitnehmern kommt das entgegen: 50 Prozent von ihnen würden am liebsten an mehreren Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeiten.[...]

Die Sache hat allerdings einen Haken: Mit der modernen Technik verschwimmt weitgehend die Grenze zwischen Beruf und Privatleben.[...]E-Mails schreiben, chatten, telefonieren, Kaffee trinken – am besten alles gleichzeitig? Psychologen warnen davor, es zu übertreiben.[...]

Führungskräfte sind gut beraten, darauf rechtzeitig zu reagieren. Nicht nur, um den eigenen Stress zu minimieren, sondern weil die neue Arbeitswelt auch die Management-Anforderungen umkrempelt.

Der Chef als Einpeitscher und Kommandant hat dann ebenso ausgedient wie der Typ Vaterfigur, der alles weiß, sieht und kontrolliert. Gefragt sind vielmehr Manager, die mit den neuen Kommunikationsformen perfekt umgehen können sowie über „Kollegialität führen und nicht über strikte Hierarchien“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Tiemo Kracht. Der Manager von morgen ist eher Moderator und Motivator in einem.[...]