Mit ‘Kommunikation’ verschlagwortete Einträge

Offenheit in der Krise

September 12, 2009

Handelsblatt/com vom 10.09.09

Unternehmen verpacken ihre Nachrichten lieber konservativ

In der Krise Transparenz beweisen, Schwierigkeiten offen eingestehen: Mit einer solchen Strategie haben internationale Unternehmen die besten Erfahrungen gemacht. Anders in Deutschland. Hier sträubt man sich gegen die neue Offenheit. Ein großer Fehler, finden Experten.[...]


Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … TransparenzKommunikation

Öffentlichkeitsarbeit und Mittelstand

September 14, 2008

Auszug aus SZ Online vom 14.09.2008 (Hervorhebungen im Text von der Blog-Redaktion):

Unternehmenskommunikation
Werbung tut gut

Von Angelika Slavik

[...]

Vor allem mittelständische Betriebe zeigen sich als leidenschaftliche Kommunikationsverweigerer. „Die meisten würden am liebsten überhaupt nichts von sich preisgeben“, sagt Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Kommunikation beschränke sich in vielen Firmen auf schlecht gemachte Anzeigen in Lokalzeitungen – eine durchdachte Kommunikationsstrategie gebe es nicht. „In der Mehrzahl der Familienunternehmen läuft das völlig unprofessionell“, sagt Hennerkes. Das allerdings sei bedauerlich, denn den Betrieben entstünden dadurch eine ganze Reihe an Nachteilen – wessen sie sich oft überhaupt nicht bewusst seien.

Der Mangel an Professionalität in der Kommunikation zeigt sich auch an den unternehmensinternen Strukturen. Laut einer aktuellen Studie der Initiative Unternehmenskultur wird in nur 19 Prozent der mittelständischen Familienunternehmen die Öffentlichkeitsarbeit von einem ausgebildeten PR-Experten verantwortet. Alle anderen lassen diese Agenden von ihrem Marketing- oder sogar vom Vertriebsleiter erledigen. Der Grund dafür liegt oftmals in mangelndem Fachwissen: Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Marketing, „viele glauben, das ist alles das Gleiche“, sagt Hennerkes. „Es fehlt ihnen der Überblick, deshalb ist das Wenige, das sie tun, dann auch noch völlig ineffizient. [...]

Dabei bringt ein gutes Image unterm Strich auch finanzielle Vorteile. Denn Unternehmen, die sich nicht um ihr Bild in der Öffentlichkeit kümmern, erscheinen oft auch als Arbeitgeber nicht sonderlich attraktiv. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte sind für diese Firmen schwer zu bekommen – obwohl sie Stellen mit viel Gestaltungsspielraum und guten Aufstiegsmöglichkeiten zu besetzen hätten. Wer im Wetteifern um die besten Köpfe allerdings immer den kürzeren zieht, wird langfristig Schwierigkeiten haben, mit den Wettbewerbern Schritt zu halten: Die Innovationen kommen dann von der Konkurrenz.

Auch in Krisenfällen kann sich ein guter Ruf bezahlt machen – etwa bei einem Umweltskandal. „Die Bevölkerung ist viel eher bereit zu verzeihen, wenn das Unternehmen gut in der Region verwurzelt ist“, sagt Beraterin Hilker. Ähnliches gelte für Einsparungsmaßnahmen und Arbeitsplatzabbau: Ein Unternehmen, dem man Sinn für soziale Verantwortung zugestehe, könne auf pfleglichere Behandlung hoffen, von Mitarbeitern und Medien gleichermaßen.