Mit ‘Weiterbildung’ verschlagwortete Einträge

Nachwuchskräfte gewinnen

März 29, 2009

Auszug aus:  Handelsblatt.com vom 16.03.2009

Studie

Mittelstand bindet Fachkräfte besser

[...]Mittelgroße unternehmen binden ihre Fach- und Führungskräfte besser als erwartet. Das ergibt eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Das liegt vor allem an nachahmungswürdigen Instrumenten zur Nachwuchsförderungen. Eine wichtige Quelle für die Besetzung von Fach- und Führungspositionen ist die Förderung geeigneter Talente im eigenen Unternehmen, was auch in 66 Prozent der Unternehmen mit einem breiten Spektrum an Instrumenten geschieht. Immerhin ein Drittel der Unternehmen lässt somit jedoch diese Möglichkeit der Personalrekrutierung ungenutzt.[...]

Jedoch nicht nur die Gewinnung neuer, sondern auch die Bindung und Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeiter gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung, um im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können beziehungsweise um auf dem Arbeitsmarkt vorhandene Lücken selbst zu schließen. Die mit Abstand am häufigsten genannten Instrumente zur Bindung von Fach- und Führungskräften stellen mit 92 Prozent Weiterbildung und individuelle Förderung dar, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (80 Prozent) sowie attraktiven und transparenten Aufstiegsmöglichkeiten (59 Prozent).

Ein deutlicher Nachholbedarf besteht jedoch noch bei der Unterstützung zur Kinderbetreuung, welche in lediglich 28 Prozent der Unternehmen erfolgt (wobei der Osten mit 32 Prozent gegenüber dem Westen mit 23 Prozent stärker dieses Angebot offeriert). Die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, nicht zuletzt deshalb, da die…Wahlmöglichkeiten von Fach- und Führungskräften steigen werden.[...]

Damit werden Aspekte wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, interessante Aufgabenfelder, die Unternehmenskultur sowie Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung immer bedeutender, um im Wettbewerb um Führungskräfte mithalten zu können. Und es wird darauf ankommen, die gesamte Palette von Rekrutierungs- und Bindungsmöglichkeiten zu nutzen und vor allem in die weichen Faktoren zu investieren.

Katharina Bluhm, Peter Demmler und Vera Trappmann


Definitionen und Erläuterungen zu im Text angesprochenen Themen und Begriffen finden Sie im QET-Lexikon u. a. unter:  … Beruf und FamilieWeiterbildung ..

Unternehmenskultur: Keine Schönwetterveranstaltung

Februar 16, 2009

Auszug aus: Handelsblatt Nr. 031 vom 13.02.09 Seite 2

VIER FRAGEN AN: OLAF SCHOLZ


„Mitarbeiter haben ein gutes Gedächtnis“

Viele Unternehmen ringen derzeit ums Überleben. Sind Werte wie Mitarbeiterorientierung in der Krise in Gefahr?

Unternehmenskultur ist keine Schönwetterveranstaltung. Gerade in der Krise muss sich die Qualität eines Arbeitgebers bewähren. Mitarbeiter haben ein gutes Gedächtnis. Sie behalten genau, wie ihre Firma sie in schlechten Zeiten behandelt.

Können Unternehmen gute Arbeitgeber sein, wenn sie in der Rezession Stellen abbauen müssen?

Jedes Unternehmen muss darauf aus sein, schwarze Zahlen zu schreiben – gerade in der Krise. Allerdings: Arbeitgeber sollten genau nachrechnen, ob es sich nicht mittel- und langfristig mehr lohnt, an Mitarbeitern festzuhalten, statt sie zu entlassen. Wir entbürokratisieren derzeit die Kurzarbeit und machen sie auch für Mittelständler finanzierbar und kalkulierbar. Die Zeit, in der weniger zu tun ist, sollten Arbeitgeber für Weiterbildung nutzen. Wer qualifiziert, für den übernehmen wir die Sozialversicherungsbeiträge der Kurzarbeit auf Antrag komplett. Wenn die Konjunktur wieder anspringt, haben diese Firmen einen Wettbewerbsvorteil: Denn sie verfügen über eingearbeitete, qualifizierte und hochmotivierte Beschäftigte und müssen nicht mühsam neue Mitarbeiter suchen.

Wie lässt sich dem vielbeschworenen Fachkräftemangel entgegensteuern?

Wir brauchen vorausschauende Unternehmen, die in ihre Mitarbeiter investieren. Ich bin froh, dass die Wirtschaft angekündigt hat, die Zahl der Ausbildungsplätze im Krisenjahr sogar zu steigern. Sonst steuern wir Mitte des neuen Jahrzehnts auf eine Situation zu mit hoher Arbeitslosigkeit und gleichzeitigem Fachkräftemangel. Was sich kaum herumgesprochen hat: Seit 1. Januar haben wir einen weltweit offenen Arbeitsmarkt für Akademiker in Deutschland. Alle EU-Inländer haben unbeschränkten Zugang. Für alle übrigen Akademiker prüfen wir lediglich, ob normales Gehalt gezahlt wird und ob nicht ein Inländer auf die Stelle passt. Diese Öffnung ist eine große Entlastung für die Unternehmen. Zudem haben wir den weltweiten Austausch von Spitzenkräften innerhalb von Konzernen erleichtert. Davon verspreche ich mir viel. Spätestens wenn 2011 der EU-Arbeitsmarkt völlig geöffnet ist, zeigt sich, welcher Arbeitgeber gute Leute binden kann – nur die haben wirtschaftlich Erfolg.

Die Bestenliste zeigt: Mitarbeiter erfolgreicher Firmen, denen sehr viel abverlangt wird, sind besonders zufrieden. Ein Beleg, dass Arbeitnehmer alles andere suchen als eine Kuschelecke?

Arbeitnehmer wollen gefordert, wertgeschätzt und gefördert werden. Und diese Investition in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlt sich aus in wirtschaftlichem Erfolg, wie Studien belegen. Zudem wird oft unterschätzt, welche Bedeutung Arbeit für unser Leben hat. Wer mit 16 Jahren die Schule verlässt, hat 50 Jahre Berufstätigkeit vor sich. Nur wer sich bei der Arbeit gut aufgehoben fühlt, kann sich entfalten und etwas leisten.

OLAF SCHOLZ Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Die Fragen stellte Katrin Terpitz.

Unternehmenskultur und soziale Verantwortung

September 6, 2008

In vielen mittelständischen Unternehmen findet man eine ausgeprägte Unternehmenskultur, u. a. sichtbar in der Übernahme sozialer Verantwortung.

Der WAZ-Artikel vom 05. September 2008 beschreibt ein vorbildliches Unternehmen in NRW.

„Hering übernimmt Verantwortung”
Burbach, 05.09.2008, Ulrich GEIS

Burbach. (rs) Das Holzhausener Unternehmen Hering Bau ist Träger des „Roswith-Oerter-Arbeitnehmerpreises”, den die Christlich-Demokratische-Arbeitnehmer-Bewegung (CDA) am Donnerstagabend in Burbach zum vierten Mal vergab.

Die Auszeichnung, benannt nach Roswith Oerter, der CDA-Kreisvorsitzenden in den Jahren 1982 bis 1992 und stellvertretende CDA-Bezirksvorsitzende von 1991 bis 1993, wird an Betriebe und Bildungseinrichtungen vergeben, die sich durch soziales Engagement auszeichnen. In seiner Laudatio begründete der Düsseldorfer Sozialminister Armin Laschet die Preisvergabe: „Hering übernimmt Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und darüber hinaus in der Gesellschaft“. Das Unternehmen bietet seinen Arbeitern und Angestellten ein breites Spektrum an flexiblen Arbeitszeiten, Telearbeits-plätzen und betrieblicher Kinderbetreuung an. Auch zeige Hering Bau mustergültig, wie man generationenübergreifende Aspekte in die Unternehmenskultur integrieren kann. Dazu zählten Familienfeste mit Kindern und Treffen für die „Ehemaligen”. Mitarbeiter erhielten individuell erforderliche Weiterbildung und für Nachwuchskräfte biete das Unternehmen eine eigene Seminarreihe an. Auch die Gesundheit der Belegschaft ist der Familie Hering wichtig. So wurde extra ein modernes Gesundheitsstudio eingerichtet und im April dieses Jahres mit anderen Firmen ein gemeinsamer Gesundheitstag angeboten – mit Herzvorsorgeuntersuchungen, Herz-Kreislauf-Tests und vielem mehr. Des Weiteren engagiert sich Hering Bau für den Umweltschutz und wurde dafür vom BUND geehrt.